Regelmäßig liefert DB Research, der Think Tank der Deutschen Bank, informative Untersuchungen, Fallstudien und Positionspapiere. Nun hat man sich mit einem Papier namens “Starten statt Warten” des Themas der Auswirkungen des Web 2.0 auf Finanzdienstleister angenommen.
Das Thema ist hochinteressant: wohl zu Unrecht gilt die Finanzbranche in ihrer Gesamtheit als konservativ und wandlungsresistent. Gerade im “Consumer-Bereich” ließen sich in den letzten Jahren bemerkenswerte Veränderungen beobachten, nicht zuletzt angestossen auch und gerade durch die “neuen Medien” und das Internet. Eine der Begleiterscheinungen: das Versicherungsrecht - und damit auch das “Versicherungsvertriebsrecht” - ist fortlaufenden Veränderungen unterworfen. Aber trotz alledem: passen “Banking & Finance” und das Web 2.0 wirklich zusammen?
Mit seinem achtseitigen Memorandum bereitet das Autorenteam der DB Research um Dr. Stefan Heng zunächst noch einmal einen Überblick über Chancen und Risiko des „neuen Internets“ auf. Dabei stellen sie vier Kernthesen für den Einsatz in der Finanzbranche voran:
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- Finanzdienstleister stellen sich auf eine neue Ära der Kommunikation ein,
- Web 2.0 im Bankgeschäft setzt auf Emotionen und Gruppenbildung,
- durch neue Webangebote steigt das Reputationsrisiko der Unternehmen,
- Online-Kreditplattformen wollen auch ein Stück vom Kuchen.
Revolutionäre, neue Erkenntnisse werden im Anschluss dann allerdings nicht präsentiert - das Papier zeichnet eher ein Bild der Möglichkeiten, als dass es einen konkreten Plan für die Zukunft liefert. Dabei ist das Memorandum allemal eine gute Zusammenfassung für diejenigen, die sich einen Überblick über den möglichen Einsatz von Web 2.0-Anwendungen in Unternehmen verschaffen wollen.
Interessant ist, dass die Deutsche Bank - nicht zuletzt mit ihrem Think Tank - das Web 2.0 sehr genau im Auge zu behalten scheint. Mikro- und Peer to Peer Kredite, denen ein großer Teil der Darstellung gewidmet ist, werden offenbar ebenso beobachtet wie Blogs - deren Einsatz ein bemerkenswerter Schritt in einer tendenziell dann in der Tat doch eher konservativeren Branche wäre.
Nur am Rande erwähnt werden im Memorandum regulatorische, also rechtliche Probleme beim Einsatz des Web 2.0 in der Finanzbranche - was mit Sicherheit allerdings nicht der unspannendste Aspekt dieses Themas ist (zum Memorandum - als PDF-Dokument - geht es hier).

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