Networkedblogs – das eigene Blog auf Facebook einbinden

Wer bloggt, der möchte auch gelesen werden. Gelesen wird aber nur, wer die (potentiellen) Leser auch erreicht. Das ist nicht immer ein leichtes Unterfangen, insbesondere für diejenigen nicht, die neu mit dem Bloggen beginnen.

Es gibt etliche Möglichkeiten, die Reichweite des eigenen Blogs zu erhöhen. Das Einbinden eines RSS-Feeds ist eine der einfachsten Übungen, das Angebot, die Blogposts auch per Newsletter zu versenden, ist eine weitere. Sicherlich keine Überraschung: Social Media Kanäle wie Xing, Twitter oder Facebook können ebenfalls extrem hilfreich sein, um das eigene Blog bekannt zu machen und Leser zu gewinnen.

Wer zu diesen Zwecken gerne Facebook einsetzen möchte, der sei auf den Dienst von Networkedblogs hingewiesen, den ich selbst nutze, und den zu meiner Überraschung bisher aber wohl nur wenige andere “Blawger” einsetzen.

Networkedblogs sorgt zum einen dafür, dass Vorschauen zu den Artikel eines Blogs im eigenen Facebook-Stream auftauchen, sobald die Artikel veröffentlicht werden. Darüber hinaus sorgt Networkedblogs aber auch dafür, dass andere Facebook-Nutzer die Artikel-Vorschauen über Facebook auch dann abonnieren können, wenn sie mit dem Autor selbst auf Facebook gar nicht “befreundet” sind. Eine schöne Sache, und technisch sehr einfach umzusetzen. Falls Sie den Dienst (als Blogger) ebenfalls einsetzen möchten – hier entlang bitte. Und wenn Sie (als Leser) kriegs-recht.de auch über Facebook verfolgen möchten, dann können Sie dies hier tun.

Stimmen der Anderen

Es gibt eine kleine Neuerung auf diesem Blog, auf die ich gerne ausdrücklich hinweisen möchte: In der Sidebar – also in der Spalte am rechten Rand – finden Sie ab sofort eine Rubrik “Stimmen der Anderen”. In dieser Rubrik verlinke ich die jeweils zwei aktuellsten Beiträge einer Reihe von Blogs, die ich für sehr lesenswert halte. Also, wenn Sie kriegs-recht.de in Zukunft wieder einmal besuchen, dann lassen Sie Ihren Blick gerne auch einmal zur rechten Spalte wandern.

Abgeschaut habe ich mir dies von Christoph Keese. Keese – der Konzerngeschäftsführers „Public Affairs“ der Axel Springer AG ist – bloggt selbst unter www.presseschauder.de. Als “Verlagsmensch” bezieht er dort klare Stellungen vor allem in den aktuellen urheberrechtlichen Diskussionen. Streitbar, lesenswert.

Aber noch einmal kurz zurück zu den “Stimmen der Anderen”: Technisch umgesetzt habe ich diese Rubrik mit dem kostenlosen Plugin Blogroll Widget with RSS Feeds für WordPress. Da reine Leseempfehlungen nur noch selten über Blogpostings, sondern inzwischen meist über Twitter oder Facebook ausgesprochen werden hoffe ich, mit dieser Rubrik an einer (für kriegs-recht.de) zentralen Stelle Lesempfehlungen in sinnvoller Weise bündeln zu können. Vielleicht eine Anregung für den ein oder anderen bloggenden Kollegen, ebenfalls eine solche Rubrik einzurichten.

DialogCamp – das BarCamp zu IT-, Online- und Datenschutzrecht am 13. Juni in München

“BarCamp goes Recht”: Am 13. Juni findet mit dem DialogCamp in München ein BarCamp zu IT-, online- und datenschutzrechtlichen Themen statt.

Das Konzept

Das Konzept des DialogCamps basiert auf der Idee der „BarCamps“. BarCamps zeichnen sich dadurch aus, dass das Konferenzprogramm nicht im Vorhinein festgelegt, sondern am Tag der Veranstaltung in einem morgendlichen Plenum der Teilnehmer zusammengestellt wird. Jeder von ihnen hat die Möglichkeit, dort einen eigenen Workshop oder Vortrag kurz vorzustellen. Trifft sein Angebot im Plenum auf ausreichendes Interesse der anderen Besucher, erhält der Teilnehmer einen Raum und eine Uhrzeit für seinen Beitrag zugeteilt. Franz Patzig, der wohl als Erster BarCamps in Deutschland organisiert hat, erklärt das Konzept ausführlich in seinem Artikel “Was ist eigentlich BarCamp?

Die Veranstalter

Hinter dem DialogCamp stehen drei Veranstalter: Die juristischen Fachzeitschriften MMR (Multimedia und Recht) und ZD (Zeitschrift für Datenschutz) aus dem Hause C.H. Beck, beide unter Leitung von Chefredakteurin Anke Zimmer-Helfrich, sowie die FOM Hochschule für Oekonomie & Management. Nachdem das IT-LawCamp der Kanzlei Bird & Bird über lange Zeit die einzige juristische Veranstaltung in Deutschland mit BarCamp-Charakter gewesen ist freue ich mich sehr, dass nun ein “Schwergewicht” wie der Beck-Verlag – der größte juristische Fachverlag in Deutschland – die Idee ebenfalls aufgreift.

Die Schwerpunkte

Während die genaue Zusammenstellung des Programms sich barcamptypisch erst am Morgen der Veranstaltung entschieden wird, ist das DialogCamp mit Blick auf Informationstechnologie und Internet auf fünf große Themenbereichen ausgerichtet: „Daten“, „Handel“, „Software“, „Content“ und „Kontrolle“. Zusätzlich zu diesen fünf thematisch fokussierten Tracks wird es noch einen sechsten “Open Track” geben, der Raum für alles bietet, was thematisch keinen Platz unter den ersten fünf findet.

Der Dialog

Ein positiver Effekt des BarCamp-Formats ist, dass auf diesen Veranstaltungen regelmäßig eine wesentlich angeregtere und dynamischere Kommunikation stattfindet als bei herkömmlichen Konferenzen – sowohl während der einzelnen Workshops und Vorträge, als auch daneben. Genau der richtige Effekt für ein „DialogCamp“, das insbesondere den Austausch zwischen den Teilnehmern anregen soll. Und auch die Veranstalter selbst suchen gezielt den Dialog: Hinzu kommt als besonderes „Schmankerl“, dass Herausgeber und Wissenschaftsbeiräte von MMR und ZD sowie Professoren der FOM in den Pausen als Gesprächspartner für die Teilnehmer zur Verfügung stehen werden.

Der Veranstaltungsort

Das DialogCamp findet am 13. Juni im Hochschulstudienzentrum der FOM in München statt – zentral gelegen, gerade einmal fünf Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt (Anfahrtsbeschreibung). Das Hochschulzentrum ist mit modernster Technik ausgestattet: Beamer und Visualizer in jedem Sessionraum und Steckdosen an jedem Sitzplatz sind ebenso Standard wie ein stabiles WLAN. Teilnehmer, die von außerhalb anreisen, finden in Laufnähe eine Vielzahl von Hotels.

Die Leuchtturmreferenten

Insgesamt stehen 30 Slots à 45 Minuten für Vorträge und Workshops zur Verfügung. Für sechs von diesen Slots werden im Vorhinein “Leuchtturmreferenten” präsentiert werden, sodass 24 Slots für die barcamptypische Belegung durch Teilnehmerbeiträge zur Verfügung stehen. Drei der Leuchtturmreferenten darf ich an dieser Stelle bereits vorstellen:

    Prof. Dr. Jan Dirk Roggenkamp
    Prof. Roggenkamp lehrt an der Polizeiakademie Niedersachsen. Im Fokus seines Interesses stehen nicht nur IT- und Onlinerecht, sondern insbesondere auch Implikationen dieser Rechtsgebiete für das Verhältnis zwischen Staat und Bürger.

    Dr. Johannes Zöttl
    Dr. Zöttl ist auf das Kartellrecht spezialisierter Partner der internationalen Sozietät Jones Day. Mit seinem Kartellblog. ist er einer der nur sehr wenigen “Großkanzleijuristen” in Deutschland, die Social Media aktiv einsetzen.

    Dirk von Gehlen
    Dirk von Gehlen ist Journalist und Leiter “Social Media/Innovation” bei der Süddeutsche Zeitung. Mit “Mashup” hat er 2011 ein vielbeachtetes Buch herausgegeben, in dem er sich kompetent und pointiert mit den aktuellen Wirrungen des Urheberrechts auseinandersetzt.

Die Sponsoren

Worüber ich mich ebenfalls freue: Beim DialogCamp sind “barcamptypische” Verpflegungssponsoren mit an Bord. Zum einen versüßt Chocri die Veranstaltung. Der Clou: Chocri bietet individuelle Schokolade nach Wunsch. Aus 4 Schokoladensorten und über 80 Zutaten sind über 27 Milliarden Kombinationen möglich und bestellbar. Auf dem Dialog-Camp werden mehrere Schokoladenkompositionen zur Verköstigung kommen.

Und ein BarCamp ohne Kaffee? Ebenso undenkbar wie eine „normale“ Konferenz ohne Koffein. Kaffee-Spezialist Sonntagmorgen.com bietet fair gehandelten Gourmet-Kaffee, der sich – die Bohnen schonend geröstet und nach Kundenwünschen kombinierbar – wohltuend von den Einheitskaffees aus dem Supermarkt abhebt. Sonntagmorgen.com sorgt dafür, dass beim Dialog-Camp verschiedene Kaffeesorten kostenlos ausgeschenkt werden.

Webseite und Anmeldung

Unter www.dialog-camp.de ist die Webseite zur Veranstaltung erreichbar, auf der auch die Informationen zur Anmeldung abgerufen werden können. Im Vorlauf zum DialogCamp wird die Seite mehrfach aktualisiert werden.

Disclosure

Aus Transparenzgründen und der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass ich MMR und ZD bei der Planung, Organisation und Durchführung des DialogCamps berate und unterstütze.

Kommentarentwicklung und Postingfrequenz auf kriegs-recht.de seit 2007

Blogs sind tot. Weil inzwischen fast jederman, der “ins soziale Netz schreibt”, lieber Facebook, Twitter, Google+ und Co. dafür nutzt. Und ohnehin: Wenn ein Blogposting überhaupt noch einmal eine Diskussion anstößt, dann findet die nicht mehr in den Blogkommentaren, sondern dezentral in den sozialen Netzwerken statt.

Zwei defätistische Ansichten, die ich in den letzten Monaten immer wieder gehört habe. Wie offenbar auch Martin Sauer, der schon seit 2005 das Blog admartinator.de betreibt. Sauer wollte der Sache auf den Grund gehen und hat einfach mal analysiert, wie sich die durchschnittliche Anzahl der Kommentare zu seinen Blogpostings im Laufe der Jahre entwickelt hat. Ergebnis: Von Abschwung kann auf seinem Blog keine Rede sein.

Kommentarentwicklung auf kriegs-recht.de

Sauer hat die Ergebnisse seiner Analyse in einer Grafik aufbereitet. Und als ich die gesehen habe hat es mich gereizt, das Ganze auch einmal für kriegs-recht.de zu tun – bitte sehr:

Auch hier gilt also: Von einem Abwärtstrend kann nicht dir Rede sein (der Gesamtschnitt über die vergangenen knapp fünf Jahre liegt übrigens bei 4,8 Kommentaren pro Blogposting hier auf kriegs-recht.de).

Postingfrequenz auf kriegs-recht.de

Und wo ich schon einmal den Rechenschieber angeschmissen hatte, da wollte ich bei der Gelegenheit auch gleich einmal nachsehen, wie sich die durchschnittliche Anzahl der von mir hier im Monat veröffentlichten Artikel entwickelt hat.

Hier ist dann ganz klar ein “Abwärtstrend” zu beobachten. Die außerordentlich hohe monatliche Anzahl von Postings 2007 geht sicher zum Teil darauf zurück, dass ich meine Art zu Bloggen in den folgenden Jahren geändert habe – Postings wie diesen oder diesen, die sich schnell schreiben liessen, gab es danach seltener. Ganz im Gegenteil haben spätere Artikel wie beispielsweise der zu rechtlichen Fehlern von Webseiten der Mitglieder der Internet-Enquetekommission oder die Analyse, wie Juristen Twitter nutzen, zum Teil sehr hohen Aufwand gekostet.

Aber auch unabhängig davon lässt sich nicht verleugnen, dass die durchschnittliche monatliche Anzahl von Postings auf kriegs-recht.de über die Jahre kontinuierlich zurückgegangen ist. Ich glaube, es ist an der Zeit, diesem Trend einmal ein wenig entgegen zu wirken…

Und wie sieht’s bei den bloggenden Kollegen aus?

Das würde mich wirklich mal interessieren. Vielleicht hat der eine oder die andere ja auch einmal Lust, den Rechenschieber herauszuholen. Und wer sich ein klein wenig mit Code auskennt: Beim Admartinator gibt es ein kleines Skript, das die Arbeit erleichtert.

Die wohl umfangreichste Materialsammlung zum Datenschutz

Etwas Großartiges am Internet ist ja, dass man allenthalben auf Materialsammlungen zu verschiedensten Themen stößt – und so auch auf Materialsammlungen zum Datenschutzrecht. Hilfreich finde ich persönlich zum Beispiel die Webseite des “Virtuellen Datenschutzbüros” vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein.

Jetzt bin ich auf eine Sammlung gestossen, die sämtliche anderen mir bekannten Übersichten mit Abstand in den Schatten stellt. Die Redaktion der vor kurzem vom Verlag C.H. Beck etablierten “Zeitschrift für Datenschutz” (kurz “ZD”) hat auf ihrer Webseite Hunderte (!) von Links zu kostenlosen Quellen zusammengetragen – eine ganz klare Empfehlung für die Bookmark-Sammlung eines jeden am Datenschutzrecht Interessierten.

Was mir bei alledem fast ein wenig “Angst” macht: Das scheint nur der Anfang zu sein. Anders lässt sich diese Selbstbeschreibung auf der Seite der ZD nicht interpretieren: “Liebe Nutzer der ZD-Homepage, in dieser Rubrik haben wir nun die ersten interessanten Materialien, die wir für Sie zusammengetragen haben, eingestellt. (…) Diese Liste zeigt eine subjektive Auswahl an ersten Schlagworten und Links (…).”

Wer zur Materialsammlung der ZD zum Datenschutzrecht möchte: Hier entlang bitte.

Facebook unterliegt deutschen Verbraucherschützern vor dem LG Berlin

Der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V., kurz “vzbv”, hat vor dem Landgericht Berlin erfolgreich gegen Facebook geklagt. Nach Ansicht des Landgerichts sind der “Freundefinder” und Teile der allgemeinen Geschäftsbedingungen von Facebook nicht rechtmäßig, so der vzbv in einer Pressemeldung.

Wie hat das Landgericht konkret entschieden?

Das am 6. März ergangene Urteil ist noch nicht im Volltext veröffentlicht worden, insofern lässt sich für eine erste Einschätzung des Urteils derzeit nur auf die Pressemeldung des vzbv zurückgreifen. Dort heißt es zur Erläuterung unter anderem:

    Weiterhin urteilte das Gericht, Facebook dürfe sich in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht ein umfassendes weltweites und kostenloses Nutzungsrecht an Inhalten einräumen lassen, die Facebook-Mitglieder in ihr Profil einstellen. Vielmehr bleiben die Mitglieder Urheber ihrer selbst komponierten Musiktitel oder eigenen Bilder.

    Facebook darf diese Werke nur nach Zustimmung der Nutzer verwenden. Rechtswidrig ist nach Auffassung der Richter ferner die Einwilligungserklärung, mit der die Nutzer der Datenverarbeitung zu Werbezwecken zustimmen. Zudem muss Facebook sicherstellen, dass es über Änderungen der Nutzungsbedingungen und Datenschutzbestimmungen rechtzeitig informiert.

Welche Auswirkungen wird dieses Urteil haben?

Das ist, so lange das Urteil noch nicht im Volltext veröffentlich ist, schwierig und damit kaum seriös im Detail abzuschätzen. Auf jeden Fall dürfte sich mit diesem Urteil – das noch nicht rechtskräftig ist – der Druck auf Facebook erhöhen, sein “rechtliches Framework” zu optimieren. Es würde mich überraschen, wenn Facebook auf dieses Urteil nicht auch durch Verbesserungen reagieren würde.

Wie bei jedem international tätigen Unternehmen, und so insbesondere bei international ausgerichteten Online-Netzwerken, ist es allerdings eine Sisyphos-Arbeit, die technische Ausgestaltung des Produkts und die dazugehörigen Vertragstexte so zu gestalten, dass sie international (und nicht nur im ursprünglichen Heimatland) rechtskonform sind. Ein anschauliches Beispiel hierfür sind die Einschränkungen, die auf Twitter für die Gestaltungen der User-Profile bestehen. Auch für User-Profile auf Twitter besteht nach deutschem Recht grundsätzlich eine Impressumspflicht – es ist jedoch durchaus zweifelhaft, ob diese Pflicht auf Twitter-Profilen überhaupt gemäß den gesetzlichen Anforderungen umgesetzt werden kann (mehr dazu hier).

Wird Facebook Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen? Hierzu hat mir Tina Kulow, Pressesprecherin von Facebook in Deutschland, folgende Stellungnahme zukommen lassen:

    “Wir werden uns die Begründung der heutigen richterlichen Entscheidung sehr genau ansehen, sobald diese verfügbar ist. Dann werden wir über weitere Schritte entscheiden. Facebook Irland, das unseren Service für die Menschen in Deutschland zur Verfügung stellt, hat sich verpflichtet, die Europäischen Datenschutzregelungen einzuhalten. Dies wird im kürzlich erschienenen Report der Irischen Datenschutzbehörde deutlich.“

Nicht die erste Aktion des vzbv gegen Social Networks

Mit der Klage gegen Facebook ist der vzbv nicht zum ersten Mal gegen Betreiber eines Social Networks vorgegangen. Schon 2009 hatten die Verbraucherschützer die Betreiber von Facebook, Lokalisten, MySpace, Wer-kennt-wen und Xing abgemahnt, welche sich daraufhin verpflichteten, ihre allgemeinen Geschäftsbedingungen zu optimieren.