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Wie ticken (und bloggen) Berliner Blawger – Teil 1

3. Dezember 2012Blawgsby Henning Krieg
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Wie ticken Blogger, die sich schwerpunktmäßig mit juristischen Themen beschäftigen? Warum bloggen sie, was versprechen sie sich davon, was wollen sie bewirken (wollen sie überhaupt etwas bewirken?), welche Technik setzen sie ein, welchen Aufwand betreiben sie und welche Erfahrungen haben sie gemacht? Zu all diesen Fragen gibt es bislang noch keine veröffentlichte Erhebung unter deutschen „Blawgern“ – obwohl Antworten auf diese Fragen überaus interessant wären.

Grund genug, die Antworten selbst zu suchen. Allein in Berlin gibt es knapp 20 Blawger. Mehr als die Hälfte von Ihnen konnte ich für die Teilnahme an einer Umfrage gewinnen. Andreas Jede, Carsten R. Hoenig, Christoph Endell, Jana Moser, Marco Junk, Marko Dörre, Sebastian Dramburg, Thomas Schwenke, Tibor Schober und ein(e) weitere(r) anonyme(r) Blawger(in) waren so freundlich, einen 25teiligen Fragebogen zu beantworten (und natürlich habe auch ich das getan). Gemeinsam kommen wir auf mehr als 52 Jahre Blogger-Erfahrung; wir haben insgesamt rund 8.000 Blogpostings geschrieben bzw. verantwortet, auf die knapp 30.000 Kommentare von Lesern eingegangen sind.

Aufgrund des großen Umfangs der Erhebung präsentiere ich deren Ergebnisse in zwei Teilen. Schwerpunkte in diesem ersten Teil: Die thematische Ausrichtung der befragten Blawger, ihre beruflich und privat bevorzugten Social Media Plattformen, das Maß der Nutzung von und die Meinung über jurablogs.de.

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Charta für eine digitale Gesellschaft – Videomitschnitt der Auftaktveranstaltung

14. November 2012Datenschutzby Henning Krieg
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Am Montag hatte ich die Freude, im Vorfeld des diesjährigen IT-Gipfels auf einer Podiumsdiskussion mit Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Vertretern von Google, IBM und Xing sowie dem bayerischen Datenschutzbeauftragten zur “Privatsphäre in der digitalen Welt” zu diskutieren. Die Diskussion war der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Veranstaltungen, die unter dem Titel „Gipfelprozess“ in den kommenden zwölf Monaten stattfinden werden. Am Ende soll eine „Charta für die digitale Gesellschaft“ erarbeitet werden.

Wie eigentlich immer bei Podiumsdiskussionen darf man an die Detailschärfe des Gesprächs wohl keine überzogenen Anforderungen stellen. Ich freue mich aber darüber, dass wir offenbar auf einige – wie ich finde – interessante Ansatzpunkte gestossen sind. Welche das sind? Das kann man im eingebundenen Video sehen – die Macher der isarrunde waren so freundlich, die Podiumsdiskussion nicht nur live zu streamen, sondern auch einen Mitschnitt der Veranstaltung unter einer Creative Commons Lizenz bereitzustellen.



Die Webseite zum Gipfelprozess ist unter www.gipfelprozess.de inzwischen ebenfalls live gegangen. Dort gibt es weitere Informationen zur Initiative und eine Übersicht über kommende Veranstaltungen.

Video veröffentlicht von isarrunde unter CC-BY Creative Commons Lizenz.

Das DialogCamp geht in die zweite Runde – am 22. Februar 2013 in München

Zu diesem Zeitpunkt nur ein ganz kurzer Hinweis, später mehr: Am 22. Februar geht das DialogCamp in die nächste Runde und findet zum zweiten Mal statt. Das DialogCamp ist ein BarCamp zu IT-, online- und datenschutzrechtlichen Themen, es wird gemeinsam von den juristischen Fachzeitschriften MMR (Multimedia und Recht) und ZD (Zeitschrift für Datenschutz) aus dem Hause C.H. Beck, beide unter Leitung von Chefredakteurin Anke Zimmer-Helfrich, sowie der FOM Hochschule für Oekonomie & Management veranstaltet.

Wer einen Eindruck vom ersten DialogCamp, das im Juni dieses Jahr stattgefunden hat, gewinnen möchte: Hier gibt es einen Veranstaltungsbericht.

Podiumsdiskussion mit Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger

Ein kurzer Hinweis: Ich habe die Ehre, am 12. November im Vorlauf zum diesjährigen IT-Gipfel auf einer Podiumsdiskussion mit Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Vertretern von Google, IBM und Xing sowie dem bayerischen Datenschutzbeauftragten zur „Privatsphäre in der digitalen Welt“ zu diskutieren.

Die Veranstaltung in Essen bildet den Auftakt einer Diskussionsreihe zu den Auswirkungen der zunehmenden Digitalisierung auf unsere Gesellschaft. Aufbauend auf diesem ersten Gespräch werden in den nächsten Monaten bundesweit etwa zehn weitere Termine stattfinden, in welchen jeweils ein weiteres eigenständiges Themenfeld behandelt werden wird. Alle Veranstaltungen sollen im Internet begleitet und dokumentiert werden, 2013 werden die Ergebnisse dann in einer „Charta für eine digitale Gesellschaft“ zusammengefasst.

Auf dem Podium diskutieren bei der Auftaktveranstaltung die Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die Vorsitzende der Geschäftsführung von IBM Deutschland, Martina Koederitz, der Leiter Recht von Google Deutschland, Dr. Arnd Haller, Prof. Dr. Dirk Heckmann von der Universität Passau, der neue Vorstandsvorsitzende von XING, Dr. Thomas Vollmoeller, der Bayerische Datenschutzbeauftragte Dr. Thomas Petri und meine Wenigkeit. Moderiert wird die Diskussion von Anke Zimmer-Helfrich, Chefredakteurin der MMR und der ZD.

Die jetzt anstehende erste Podiumsdiskussion ist übrigens öffentlich – wer möchte, der kann hier kostenlose Tickets für die Veranstaltung erhalten.

Social Media für Anwältinnen und Anwälte

29. Oktober 2012Social Mediaby Henning Krieg
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Die Arbeitsgemeinschaft Geistiges Eigentum & Medien im Deutschen Anwaltsverein hatte mich eingeladen, auf ihrer Herbsttagung 2012 einen Vortrag zum Thema „Die Nutzung sozialer Medien für die eigene Kanzlei“ zu halten – eine Einladung, der ich sehr gerne nachgekommen bin. Und wie ich es häufig tue: Auch in diesem Fall stelle ich die Folien zum Vortrag gerne auch hier auf dem Blog zur Verfügung. Im Vortrag bin ich zunächst auf den berufsrechtlichen Rahmen für anwaltliche Werbung eingegangen, und dann ins eigentliche Hauptthema („Sind Social Media ein geeignetes Tool für Anwälte? Wie finde ich das für mich beste Tool? Welche Vorüberlegungen sollte ich anstellen, und worauf bei Planung und Start achten?“) eingestiegen.



Wenn ich das richtig gesehen habe, dann waren wir etwa 80 (?) Kolleginnen und Kollegen im Raum, und trotz der späten Platzierung (17.15 Uhr an einem Freitag Abend) hat es mir großen Spaß gemacht, meine Erfahrungen zu teilen und zu diskutieren. Und in der Tat kamen der eine und die andere nach dem Vortrag auf mich zu und meinten, sie müssten das mit dem Bloggen nun einmal vorantreiben. Ich bin gespannt.

Meinungsführer. Meinungsführer?

Die Redaktion des Magazins „pressesprecher“ hat in ihrer aktuellen Ausgabe eine Kurzstudie darüber veröffentlicht, welche deutschen Medienrechts-Blogs bzw. Blogger als „Meinungsführer“ anzusehen seien. Das Ergebnis der Untersuchung: kriegs-recht.de wird als führend eingestuft, gefolgt von spreerecht.de, wbs-law.de und telemedicus.info. Die Kurzstudie steht zum kostenlosen Download als PDF zur Verfügung.

Natürlich habe ich mich über diese weitere positive Einschätzung meines Blogs gefreut. Allerdings sehe ich die Kurzstudie durchaus nicht unkritisch. Per E-Mail habe ich das Ganze mit einer Berufskollegin kurz diskutiert – und was liegt da näher, als die in diesen E-Mails niedergeschriebenen Gedanken auch hier noch einmal aufzugreifen.

Meinungen und Führung

Unabhängig von jedem kommunikationstheoretischem Hintergrund habe ich in diesem Kontext vor allem aus folgenden Gründen ein wenig Bauchschmerzen mit dem Begriff „Meinungsführer“:

„Führung“ bedeutet ja schlicht nichts anderes, als dass jemand bestimmt, „wo es lang geht“. Eine mit einer „Anordungsnungskompetenz“ verbundene formelle Hierarchie kann es im Bereich von Meinungen allerdings nicht geben. Kernfrage ist also, ob jemand sich in einer Position befindet, aufgrund der seine (oder ihre) Meinungen übernommen werden.

Maßgebliche Faktoren

Die Untersuchung im Pressesprecher überzeugt mich in dieser Hinsicht nicht. Meiner Ansicht nach wurden bei ihr ganz wesentliche Aspekte außer acht gelassen – unter anderem Aspekte, die ohnehin nur schwer oder gar nicht zu messen wären:

  • In der Studie wurde meinem Eindruck nach nach auch von „Reichweite“ auf „Meinungsführerschaft“ geschlossen, beispielsweise indem die Anzahl der Twitter-Follower und der Facebook-Likes mit einbezogen wurde. „Reichweite“ und „Meinungsführerschaft“ gehen aber nicht zwingend miteinander einher. Gelegentlich kann eine große Reichweite ein Indikator dafür sein, dass Leser bereit sind, Meinungen aufzugreifen oder sogar anzunehmen – mehr aber nicht.
  • Bei der Messung – jeder Messung – von entsprechenden Faktoren kommen sodann (i) Auswahl der Faktoren und (ii) Messungenauigkeiten ins Spiel. Die Anzahl von Twitter-Followern wurde beispielsweise gemessen, die Anzahl von Kontakten auf Google+ beispielsweise aber nicht. Wie immer, wie bei jeder Erhebung: Schon die eingängliche Auswahl der Messkriterien bestimmt wesentlich das anschließende (wertende) Ergebnis.
  • Die „Qualität“ der Kontakte wurde nicht gemessen. Diese dürfte auch kaum messbar sein. Allerdings besteht durchaus ein Unterschied darin, ob 5.000 Youtube-Fans einem Twitter-Account folgen, oder 50 Fachjournalisten.
  • Und, schließlich ganz wesentlich: Werden auf den untersuchten Blogs überhaupt Meinungen geäußert? Diese Frage scheint mir vollkommen unter den Tisch gefallen. „Meinung“ und „Information“ teilen ja höchstens eine Schnittmenge hinsichtlich ihres Bedeutungsgehalts, entsprechend sich aber doch grundsätzlich nicht.

Die Relevanzdebatte

Meiner Ansicht kann es eine „Meinungsführerschaft“ durchaus in jedweder Hinsicht geben. Es kann durchaus sein, dass sich jemand in einer Position befindet, aufgrund der seinen bzw. ihren Meinungen gefolgt wird. Nur messbar ist diese Form der Meinungsführerschaft wohl nur schwer, und mit der hier vorliegenden Untersuchung meiner bescheidenen Meinung nach eher gar nicht.

„Influencer“, „Multiplikator“ oder „Reichweite“, vielleicht auch „Kommunikationsstärke“ wären meiner Ansicht daher bessere, weil genauere Aufhänger für die Präsentation der Ergebnisse dieser Kurzstudie gewesen. Wenn man ganz vermessen wäre, dann vielleicht noch „Relevanz“.

Aber vielleicht schauen wir als Juristen da auch genauer auf den Wortsinn als Nichturisten?