Am vergangenen Samstag fand in Frankfurt am Main das erste deutsche LawCamp statt - und es ist eine, wie ich finde, rundum gelungene Veranstaltung geworden. Rund 150 Juristinnen und Juristen nahmen an der von der Kanzlei Bird & Bird organisierten Konferenz teil, in über 30 meist hochspannenden und qualitativ hochwertigen Vorträgen wurden aktuelle IT-rechtliche Fragestellungen adressiert.

Die Bandbreite der angesprochenen Themen war bemerkenswert. Von vornherein waren fünf Themenkomplexe als übergeordnete „Track-Themen“ festgelegt worden, namentlich (i) Outsourcing, (ii) Public Sector, (iii) Web 2.0, (iv) Digitale Medien und Urheberrecht sowie schließlich (v) Datenschutzrecht, ein weiterer Track fungierte als “Open Stage”. Wie vielfältig das Angebot der Vorträge und Workshops am Ende wurde, lässt sich sehr gut aus dem Veranstaltungsprogramm ersehen (PDF).
Gut bewährt hat sich meiner Meinung nach, beim LawCamp das “BarCamp-Prinzip” leicht zu modifizieren. Bei einem BarCamp wird das Programm der Veranstaltung normalerweise erst bei einem morgendlichen Kick-Off-Treffen zusammengestellt (wie das funktioniert, erklärt Franz Patzig hier sehr anschaulich). Da dieses Vorgehen unter Juristen vermutlich noch nicht allgemein bekannt war, wurde beim LawCamp vorab ein Rumpfprogramm geplant und veröffentlicht. Von Anfang an mit dabei waren so beispielsweise Jörg Heidrich vom heise Verlag, Dr. Florian Drücke vom Bundesverband Musikindustrie, Dr. Patrick Breyer vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, Robert Bartel von der Deutschen Bahn, Bettina Robrecht von der Schufa, Lawblogger Udo Vetter und Ralf Zosel (vormals Beck-Verlag).

Beeindruckt bin ich davon, wie viele zusätzliche Meldungen es dann am Tag der Veranstaltung gab - insgesamt 16 Referentinnen und Referenten traten noch mit neuen Programmvorschlägen vor das Publikum. Während der Veranstaltung wurde übrigens auch fleissig getwittert - wie sich hier sehen lässt.
Wie das Programm, so war auch das - juristische - Publikum gut gemischt. Neben Großkanzleikollegen und Vertretern großer Unternehmen und Verbände wie beispielsweise der SCHUFA, Nokia, BITKOM und eco waren auch Kollegen aus kleinen und mittlereren Kanzleien ebenso wie Ministerialbeamte, Hochschulprofessoren und Studierende vor Ort. Die Atmosphäre war ausgesprochen angenehm, und im Vergleich zu vielen von mir bisher besuchten anderen juristischen Fachveranstaltungen gab es einen wesentlich offeneren Umgang miteinander.
Obwohl noch kein konkreter Termin für eine Neuauflage eines LawCamps feststeht bin ich sicher, dass das LawCamp “gekommen ist, um zu bleiben”. Die Premiere hat gezeigt, dass sich das BarCamp-Format auch bei einer auf Juristinnen und Juristen ausgerichteten Veranstaltung erfolgreich umsetzen lässt - und das lässt erwarten, dass dies auch in Zukunft wieder geschehen wird.