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Kommt die Revolution – kippt eBay Einstellgebühren? » kriegs-recht.de

Kommt die Revolution – kippt eBay Einstellgebühren?

eBay ist in schwieriges Fahrwasser geraten – die Zahl der aktiven User ist rückläufig, Wettbewerber scheinen den Aufsprung auf den „Web 2.0 Zug“ zu schaffen während man selbst eher noch keine wirklich durchschlagenden Erfolge erzielt hat, und auch die Medien berichten zunehmend kritisch über das einstige Lieblingskind im Ecommerce.

Große Hoffnungen werden derzeit in Scott Donahoe gesetzt, den „President Marketplaces“ bei eBay. Donahoe und eBay haben nun einen spektakulären Schritt angedeutet: die massive Reduzierung von Einstellgebühren, wenn nicht sogar den (teilweisen) Verzicht auf sie.

Scott Wingo, CEO von ChannelAdvisor, berichtet in seinem Blog „eBay Strategies“ von Äußerungen Donahoes, wonach hohe Einstellgebühren das „historische Modell“ wären – und damit eventuell bald der Vergangenheit angehören werden. Denn: „Best formats have lower up-front, higher back-end fees.“ Im ersten Quartal 2008 würde man deutlicher werden, so Donahoe.

eBay hat sogar bereits einen „geheimen“ (invite only) Feldversuch für eine „Null-Lösung“ durchgeführt: ausgewählte Verkäufer konnten auf eBay Motors in den USA Zubehörteile kostenlos einstellen, wenn sie im Gegenzug dafür eine höhere an eBay zu zahlende Verkaufsprovision akzeptierten (Quelle).

Einschätzung

Ein Verzicht auf Einstellgebühren bei eBay wäre ein Schritt, den man durchaus als revolutionär bezeichnen könnte. Aber offenbar macht eBay bereits länger gute Erfahrungen mit Sonderregelungen für Bücher. Und schon Anfang des Jahres hatte Donahoe deutliche Veränderungen bei eBay angekündigt: „I’m a big fan of breaking patterns.

Also „big changes ahead“? Es sieht vieles danach aus. Aber selbst wenn eBay sein Pricing-Modell tatsächlich grundlegend ändern sollte, so erscheint mir doch ein vollkommener Verzicht auf Einstellgebühren eher unwahrscheinlich. Im Jahr 2000 hat eBay Einstellgebühren nicht nur als weitere Einnahmequelle eingeführt, sondern auch, um dem Wildwuchs in den Kategorien entgegenzuwirken. Die waren nämlich – weil das Einstellen ja nichts kostete – allmählich mit jeder Menge nutzloser Auktionen verstopft. Dieses Problem würde zweifellos wieder auftreten, wenn eBay die Einstellgebühren vollkommen streicht.

Disclosure: ich bin in den Jahren 2000 und 2001 als Manager Legal für eBay Deutschland tätig gewesen.

  1. Auvito verzichtet auf Einstellgebühren und Provision.

  2. Plasma sagt:

    So revolutionär ist das garnicht, bereits im Jahr 1999 gab es eine Auktionsplattform namens Atrada (Disclosure: für welche ich ein Jahr lang in der Netzwerktechnik gearbeitet habe) die keine Einstellgebühren verlangt hat. Damals aufgrund eines interessanten Mechanismus auch unbekannt, das Problem der sogenannten „Shooter“. Bei Atrada wurde das Ende einer Auktion automatisch um zehn Minuten nach hinten verlagert, wenn innerhalb dieser letzten zehn Minuten noch ein Gebot abgegeben wurde. So konnte es nicht passieren dass einem drei Sekunden vor Ende noch einer was wegschnappt. Abwärts ging es mit dieser Firma erst, nachdem große Anteile von der Telekom aufgekauft wurden.

  3. Lukas sagt:

    Die guten alten Zeiten. Hab kürzlich festgestellt, dass ich seit 8 Jahren schon bei Ebay bin. Mehr als ein Drittel meines Lebens! Hehe. Damals habe ich neben einem abgekauten Stabilo und meinen alten Pantoffeln auch schlicht „Nichts“ verkauft. Das war ja unglaublich lustig, damals. In den letzten Jahren hab ich Ebay fast überhaupt nicht mehr benutzt.

  4. @Plasma:
    Ich finde es insofern revolutionär, als dass eBay es macht – Plattformen, die auf Einstellgebühren vollständig verzichten, gibt es auch ohne Atrada auch heute ja noch zuhauf… ohne mich mit diesem Hinweis negativ über Atrada äußern zu wollen. ;-)

  5. Plasma sagt:

    Ich nehm das nicht negativ auf, keine Sorge. Wie es eBay geschafft hat dermaßen nach oben zu kommen ist mir ja bis heute schleierhaft. Es gibt so viele Plattformen die, wie ja schon gesagt, von den Gebühren her günstiger und bestimmt auch komfortabler zu handhaben sind. Um bei Atrada zu bleiben (weil ich mich da halt grad auskenn) sind z.B. durch deren Modell von Anfang an so viele Probleme unterbunden worden, die eBay teils heute immernoch als Kinderkrankheiten mitschleift.

    Die paar mal die ich da jetzt schon was verkauft habe, musste ich mich beim Erstellen des Angebotes jedesmal zusammenreißen nicht einen Anfall zu bekommen. Diese Oberfläche ist so katastophal und selbst mit den Neuerungen kein bißchen zeitgemäß. Aber vielleicht hat man sich hierzulande vom Unternehmensteil aus den US of A helfen lassen? Keine der in Deutschland entstandenen Plattformen war jemals so erfolgreich, und als es z.B. mit der Fernsehwerbung losging war in Kleinmachnow doch schon längst das dritte Gebäude aus dem Boden gestampft.

    Nein, ich reg mich nicht so auf weil die jetzt größer sind als mein ehemaliger Arbeitgeber ;-)

  6. Torsten sagt:

    Unsere Einstellkosten für Auktionen bei eBay betragen in diesem Jahr ca. 0,5% unseres Umsatzes. Das zahlen wir gerne, da dies u.a. auch ein Filter für die Flut von kleinpreisigen Artikeln anderer Verkäufer darstellt. Ich plädiere für die Beibehaltung dieser Einstellgebühr für Auktionsformate bzw. fü rein Modell, dass das (Startpreis-)Risiko des Verkäufers in dem Fall honoriert, wenn der Artikel mit einer großen Steigerung verkauft wird.

    Soweit fürs Erste.

  7. Th. Hoffmann sagt:

    Wenn eBay die Einstellgebühren reduziert bzw. ganz abschafft, dafür aber die Verkaufsprovision erhöht, ist es in meinen Augen nur ein Umschaufeln der Gelder von einen Topf in den anderen. Unterm Strich entstehen wahrscheinlich noch mehr Kosten für die Verkäufer.

  8. Klaus A. sagt:

    Ich glaube nicht, daß Ebay die Gebühren abschafft oder senkt. Ebay teilt wöchentlich Neues mit, aber das wurde von diesem Portal noch nicht mitgeteilt. Ich denke, es ist alles nür ein Gerücht, zwar ein sehr schönes, aber eben nur ein gerücht. Ebay ist viel zu raffgierig, um so eine Auktion durch zu führen.

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