Juristerei 2.0 – Neue juristische Publikationsformate im Internet

Dr. Florian Knauer von der Humboldt Universität Berlin hat etwas getan, was meiner Kenntnis nach vor ihm kaum ein anderer Jurist in Deutschland getan hat: Er hat sich in einem Fachbeitrag sehr detailliert damit auseinandergesetzt, ob und wie (vergleichsweise) neue Veröffentlichungsformen wie Open-Access-Publikationen, Wikis, Blogs, Twitter und Podcasts von Juristen bereits eingesetzt werden oder eingesetzt werden könnten.


florian_knauer_neue_juristische_publikationsformen

Knauers Beitrag ist in der Neuen Juristischen Online Zeitschrift erschienen, die eigentlich nur zahlenden Abonnenten zur Verfügung steht. Nachdem der Artikel aber erste Beachtung gefunden hat (siehe hier und hier), hat sich der Herausgeber entschieden, ihn im Internet frei zugänglich zu machen. Er kann hier abgerufen werden.

Man muss Knauer sicherlich nicht in allen seinen Analysen und Thesen zustimmen, und es gibt durchaus Aspekte, die sich vielleicht ergänzen liessen. Insgesamt zeigt der Beitrag dabei aber sehr schön, wo die Juristerei in Sachen Nutzung des Web 2.0 – erst – steht, und lässt erahnen, welche Potentiale hier noch ausgeschöpft werden können. Übrigens ein Beitrag, der auch für viele Nichtjuristen interessant sein dürfte. 1

  1. Disclosure: Florian Knauer und ich sind persönlich bekannt, und anläßlich der Arbeit an seinem Artikel habe ich mich mehrfach mit ihm über meine Sicht zum Thema ausgetauscht. []
  1. Hupf-Doll sagt:

    Beschämend und belustigend zugleich ist die durchgehende versteckte Werbung für Beck.

    Es ist schon recht dreist, an allen Stellen Beck als Quasi-Vorreiter für die neuen Medien zu nennen. In Wahrheit ist eigentlich nur noch Juris erzkonservativer und – nennen wir es einmal euphemistisch – bodenständiger als Beck.

    Der Blog von Beck begann Ende 2007 (!!!), wird dennoch als führend zitiert. Bei Podcast ist der Blick noch beschämender. Auch hier wird führend Beck zitiert, in Wahrheit haben die Herren bis heute kein funktionierendes Format auf die Beine bekommen. Im Video-Bereich das gleiche. Da wird doch glatt eines der wenigen Videos (Ansprache Prof. Hoeren und Prof. Spindler) als Beispiel zitiert, während andere namhafte Plattformen, die seit Jahren bestehen, nicht ein Blickes gewürdigt werden.

    Dem Aufsatz hätte eine kritischere Distanz zum Beck-Verlag deutlich besser getan

  2. Johanna sagt:

    Die Zukunft liegt eindeutig bei open-access-Publikationen. Seltsam ist nur, dass Herr Knauer hier den “Vorreiter” in Deutschland, die Internetzeitschrift http://www.humboldt-forum-recht.de, noch nicht zu kennen scheint, obwohl beide doch an der HU-Berlin sitzen und sie im 14. Jahrgang inzwischen selbst den Jura-Profs bekannt ist, vielleicht hat der Autor da nicht ganz so sauber recherchiert?

  3. @Hupf-Doll und @Johanna:

    Florian Knauer hat sich im Beck-Blog nun ausführlich zu diesen Punkten geäußert, und zwar unter http://blog.beck.de/2009/09/30.....ment-20069 .

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