Ikeahacker, reloaded

Die Geschichte des deutschen “Ikeahackers” Thomas Meyer ging vor einiger Zeit durch die Blogosphäre, aber auch durch die etablierten Medien: Meyer hatte www.ikeahacker.de registriert und dort Bauanleitungen für so genannte “Ikeahacks” präsentiert, also für individuelle Modifikationen von Ikea-Möbeln. Das schwedische Möbelhaus war damit jedoch - unter anderem wegen der Verwendung des Firmennamens in der Domain - nicht sonderlich glücklich, am Ende gab Meyer die Domain auf (mehr zur Vorgeschichte).

Nun hat Meyer IKEA wieder gehackt: auf seinem privaten Blog präsentiert er eine eigene Bauanleitung für einen überaus edlen Schreibtisch, der auf verschiedenen IKEA-Komponenten basiert - zu sehen hier.

Das eigentliche Corpus Delicti - die Domain www.ikeahacker.de - ist inzwischen auch wieder in Betrieb, segelt allerdings unter anderer Flagge: als IKEA die Adresse nach Meyers Aufgabe nicht für sich registrierte, übernahm die Firma Open Domain Limited die Domain und bot sie auf der Handelsplattform Sedo zum Kauf an. Jetzt ist die Adresse auf Philipp Klöckner registriert, der auch hinter Projekten wie DSDS-News steht (Zitat: “Größer als das Bildblog“). Klöckner setzt www.ikeahacker.de zur Weiterleitung auf eine eigene, suchmaschinenoptimierte und umfassendst mit Werbung versehene “Möbelseite” ein.

Fragt sich, ob IKEA nun so viel besser dasteht als zuvor. Beim Umgang mit “Domaingrabbern” bieten sich sicherlich unterschiedliche Strategien an - insbesondere, wenn es wie bei www.ikeahacker.de um Domains geht, die nicht wirklich zu den Kernadressen in der eigenen Kommunikationsstrategie zählen. Allerdings ziehen Domains wie www.ikeahacker.de, die bereits größere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit genossen haben, regelmäßig auch später noch eine bestimmte Aufmerksamkeit auf sich. Eine Investition in Höhe von jährlich rund 10 Euro für die Registrierung ehemals “gegrabbter” Domains lohnt sich daher regelmäßig - insbesondere wenn man sich verdeutlicht, wie hoch der der Aufwand für das eigentliche Vorgehen gegen den ursprünglichen Domaingrabber gewesen ist.

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Leserkommentare zum Beitrag


  1. 1 Viktor

    Es gibt auch ein englischsprachiges Pardon dazu
    http://ikeahacker.blogspot.com/

  2. 2 Henning Krieg

    Ich kannte bisher das englischsprachige Pendant dazu - aber da scheint es sich um die gleiche Seite zu handeln. ;-)

  3. 3 Ralph

    Ich finde diese Idee grundsätzlich sehr, sehr interessant. Rechtlich gibt es natürlich Probleme wegen dem Markennamen, aber dies will ich mal ausser Acht lassen ;)

    Meine Meinung nach haben die Damen & Herren von IKEA nicht zu Ende gedacht, hier eine Community rund um IKEA-Produkte zum selbst basteln aufzubauen. Vor allem der Aufwand wäre doch gering, da es durch eine Privatperson erstellt wurde bzw. wird. Hier wurde ganz einfach das “Cross Selling-Potenzial” nicht ausgeschöpft. Oder sind die Damen & Herren von IKEA zu arrogant neuen Ideen gegenüber?

    Ralph

    P.S. Die Schrift ist am Mac leider sehr benutzerunfreundlich!!!!!!!!!!!

  4. 4 basti

    Bedeutet das jetzt für mich, um Mißbrauch zu vermeiden, das ich beim Verspüren Kreativer Lustlosigkeit und dem darauffolgenden löschen meiner Webseite, doch lieber die Domain bis ans Ende aller Tage als “Leiche” mit mir rumschleppen muß bzw. sollt?!

  5. 5 Henning Krieg

    @Basti
    wenn Du verhindern möchtest, dass unter der Domain, die früher Du betrieben hast - und die die Leute vielleicht auch noch mit Dir in Verbindung bringen, wenn Du längst den Zustand kreativer Lustlosigkeit erreicht hast - später “zweifelhafte” Contents zu finden sind: ja.

    Tatsächlich gibt es genügend “Firmen”, die darauf spezialisiert sind, freigewordene Domains mit einem guten Pagerank neu zu registrieren und dann entsprechend zu verwenden.

  1. 1 Basic Thinking Blog | Ikeahacker?

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