Archive for the ‘Leseempfehlungen’ category

Lesempfehlungen zum “Verfolgerfreitag”

Unter den Nutzern des Microblogging-Dienstes Twitter hat sich seit einiger Zeit eine schöne Sitte eingebürgert: Jeden Freitag empfehlen Twitterati unter dem Stichwort “followerfriday” per Kurzmitteilung auf Twitter andere Twitterer, deren Tweets sie für besonders lesenswert halten. Mittlerweile scheint sich die Idee jedoch abgenutzt zu haben – schlicht zu groß sei die Anzahl der Empfehlungen bei diesen Massenempfehlungen, bemängeln beispielsweise Sachar Kriwoj auf “massenpublikum.de” und Carsten Drees von basicthinking.de.

Dabei finden sich unter den inzwischen geschätzten 185.000 aktiven deutschen Nutzern von Twitter etliche, deren Tweets wirklich lesenswert sind. Ich möchte daher hier eine Idee von Krijow aufgreifen und – etwas ausführlicher als auf Twitter üblich, aber immer noch in aller Kürze – sechs der Twitterati empfehlen, die zu “verfolgen” sich meiner Meinung nach lohnt.

michaelseidlitz_twitter Michael Seidlitz: Michael Seidlitz ist unter den Juristen nicht nur einer der Vorreiter in Sachen Twitternnutzung, sondern hat meines Wissens auch als Erster damit begonnen, regelmäßig Hinweise auf lesenswerte Beiträge und Urteile per Tweet zu veröffentlichen.

telemedicus_twitter Telemedicus: Telemedicus.info ist in meinen Augen eines der besten deutschen juristischen Weblogs. Auf Twitter veröffentlichen die Macher von Telemedicus täglich Links zu interessanten Urteilen und Artikeln abseits ihres eigenen Blogs.

andreasposer_twitter Andreas Poser: Die Tweets von Rechtsanwalt Poser haben nicht selten einen besonderen Unterhaltungswert (“Mandantenbesprechung. Ehepaar. Wir verlassen mein Zimmer. Ich. Er. Dann sie. Sie macht mein Licht aus. Habe kurz Mitleid mit ihm…“) – Twittertainment at its best.

fidifun_twitter Professor Jürgen Taeger: Lehrt (unter anderem) Rechtsinformatik an der Universität Oldenburg. Meines Wissens nach der erste “Juraprof” mit Schwerpunkt IT-Techt, der Twitter offen nutzt.

ralfzosel_twitter Ralf Zosel: Ralf Zosel ist “Community Manager” beim juristischen Verlag C.H. Beck und dort unter anderem für das beachtenswerte Beck-Blog und die Beck-Community verantwortlich – und auch bei vielen anderen juristischen Web 2.0 Projekten an Bord.

hwieduwilt_twitter Hendrik Wieduwilt: Journalist mit juristischem Hintergrund, der unter anderem für die FAZ vor allem über die rechtlichen Aspekte von Onlinethemen schreibt, und mit RechtReal auch ein Weblog zu den rechtlichen Aspekten virtueller Welten betreibt.

Ich selbst twittere übrigens (natürlich) auch – zu finden unter www.twitter.com/kriegs_recht.

Juristerei 2.0 – Neue juristische Publikationsformate im Internet

Dr. Florian Knauer von der Humboldt Universität Berlin hat etwas getan, was meiner Kenntnis nach vor ihm kaum ein anderer Jurist in Deutschland getan hat: Er hat sich in einem Fachbeitrag sehr detailliert damit auseinandergesetzt, ob und wie (vergleichsweise) neue Veröffentlichungsformen wie Open-Access-Publikationen, Wikis, Blogs, Twitter und Podcasts von Juristen bereits eingesetzt werden oder eingesetzt werden könnten.


florian_knauer_neue_juristische_publikationsformen

Knauers Beitrag ist in der Neuen Juristischen Online Zeitschrift erschienen, die eigentlich nur zahlenden Abonnenten zur Verfügung steht. Nachdem der Artikel aber erste Beachtung gefunden hat (siehe hier und hier), hat sich der Herausgeber entschieden, ihn im Internet frei zugänglich zu machen. Er kann hier abgerufen werden.

Man muss Knauer sicherlich nicht in allen seinen Analysen und Thesen zustimmen, und es gibt durchaus Aspekte, die sich vielleicht ergänzen liessen. Insgesamt zeigt der Beitrag dabei aber sehr schön, wo die Juristerei in Sachen Nutzung des Web 2.0 – erst – steht, und lässt erahnen, welche Potentiale hier noch ausgeschöpft werden können. Übrigens ein Beitrag, der auch für viele Nichtjuristen interessant sein dürfte. 1

  1. Disclosure: Florian Knauer und ich sind persönlich bekannt, und anläßlich der Arbeit an seinem Artikel habe ich mich mehrfach mit ihm über meine Sicht zum Thema ausgetauscht. []

Die NJW und das Micro-Blogging

Logo NJWDie die Neue Juristische Wochenschrift (kurz “NJW”) könnte man etwas flappsig als das Dickschiff unter den juristischen Fachpublikationen bezeichnen – kaum eine Kanzlei, in der sie nicht steht. Umso mehr freut es mich, dass die Redaktion von “NJW aktuell” nicht nur bei uns angefragt hat, ob wir einen kurzen Beitrag zum Thema Twitter beisteuern möchten, sondern dass ich diesen im aktuellen Heft veröffentlichten Artikel auch hier zum Download anbieten kann – klick!



Kostenloses Skript “Internetrecht” von Prof. Hoeren in neuer Auflage

Prof. Thomas Hoeren hat die dreizehnte Auflage des von ihm bereits seit 2003 herausgegebenen, kostenlosen und halbjährlich aktualisierten eBooks “Internetrecht” veröffentlicht. Das eBook, das in seinen Vorauflagen nach Angabe von Hoeren bereits über 100.000 Mal heruntergeladen wurde, ist in aktueller Fassung hier als PDF verfügbar.

Den Inhalt des populären eBooks beschreibt Hoeren im Vorwort selbst wie folgt:

Der Aufbau dieses Buches richtet sich nach den Bedürfnissen der Internetanbieter. Diese brauchen, um im Internet auftreten zu können,

  • eine Kennung (dies verweist auf das Domainrecht),
  • Inhalte (ein Tummelplatz für das Immaterialgüterrecht),
  • Werbung und Marketing (hier kommen die Wettbewerbsrechtler zu Wort),
  • den Kontakt zum Kunden (was zu Ausführungen zum Vertragsschluss und zum E-Commerce-Recht führt)
  • sowie Daten der Kunden (hier kontrollieren die Experten des Datenschutzrechts).

Abschließend findet sich noch ein Abschnitt zu der Frage, wer für alle diese Rechtsanforderungen haftet. Schließlich wird auch noch auf das Problem der Vollstreckung von Gerichtsentscheidungen im Internet eingegangen. Gerade das Vollstreckungsrecht ist der archimedische Punkt der Internetdiskussion.

Leseempfehlung: Feldblog

Die Anzahl der lesenswerten deutschsprachigen Blawgs1 ist noch immer überaus überschaubar.2 Umso mehr freut es mich, dass der geschätzte Berliner Kollege Thorsten Feldmann in den Ring steigt und sich fortan unter www.feldblog.de mit “privaten Meinungsäußerungen zu Digitalem, Medien und Recht und gelegentlichen OT-Randbemerkungen” zu Wort melden wird.3

Thorsten berät vor allem auf den Gebieten des Urheber-, des Haftungs- und des Äußerungsrechts, und ist in der Öffentlichkeit beispielsweise aufgrund seiner Tätigkeit für Wikimedia Deutschland und aus der Auseinandersetzung zwischen Markus Beckedahl und der Deutschen Bahn bekannt. Ganz aktuell hat er das bis vor den Bundesgerichtshof (BGH) führende Verfahren gegen die Schülercommunity Spickmich begleitet. Und da zeigt Thorsten gleich, was einen fixen Blawger ausmacht: Kaum hat der BGH sein Urteil gefällt, steht auch schon die persönliche Analyse des Verfahrens online. Chapeau.

Hier gilt: ganz klare Leseempfehlung .

  1. Blogs, deren Autoren sich vor allem rechtlichen Themen widmen. []
  2. Für einen Überblick über die allgemeine “Blawgosphäre” siehe beispielsweise die Auflistungen auf Jurablogs. []
  3. Hat das ständige Auffordern zum Bloggen also vielleicht doch etwas bewirkt… []

eco Verband aktualisiert Ratgeber zum rechtskonformen E-Mail-Marketing

Das E-Mail-Marketing steckt voller rechtlicher Stolperfallen – und wer hier ins Stolpern gerät, dem drohen nicht nur Abmahnungen, sondern auch ein massiver Imageverlust beim Kunden. Um E-Mail-Marketing rechtskonform und damit sicher zu betreiben, ist eine Vielzahl von Anforderungen zu beachten, angefangen beim (richtigen) Einholen der Einwilligung der Adressaten über die (richtige) Gestaltung der einzelnen E-Mails bis hin zur (richtigen) Gestaltung des Abmeldeprozesses.

Aus diesem Grund hat der eco Verband schon 2001 einen Ratgeber zum E-Mail-Marketing erstellt (und 2008 aktualisiert), der nach Eigenangabe bereits “millionenfach als PDF abgerufen” worden ist. Inwischen haben sich die rechtlichen Rahmenbedingungen allerdings weiter verändert, zum Beispiel aufgrund der jüngsten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs zur Gestaltung der Einwilligung in die E-Mail-Werbung. Daher hat der eco Verband seinen Ratgeber erneut aktualisiert und nun in aktuell dritter Auflage veröffentlicht.

Zielsetzung des eco Verbandes: “Selbstverständlich kann eine solche Richtlinie keine Rechtsberatung im Einzelfall ersetzen. Sie kann jedoch dazu beitragen, dass Unternehmen sich auf sichererem Terrain bewegen, wenn sie im Kontakt mit Interessenten das Medium E-Mail einsetzen. Ebenso sollen sich Verbraucher sicherer fühlen können, wenn Sie bei einem Unternehmen ihre E-Mail-Adresse hinterlassen.