Archive for the ‘Leseempfehlungen’ category

“Och nööö, nicht noch ein Juristen-Blog…”

Auf der Herbstakademie 2011 hatten wir noch die Vor- und Nachteile, Chancen und Herausforderungen juristischer Weblogs diskutiert – und jetzt legt er (endlich) los: Jörg Heidrich, Rechtsanwalt und Justitiar des heise Verlags, bloggt seit kurzem unter www.netzrechtliches.de. Hierfür gibt es von mir eine ganz klare Leseempfehlung – schon allein Jörgs Vorstellung seines Blogs unter dem Titel Och nööö, nicht noch ein Juristen-Blog… deutet darauf hin, dass er die Blawgosphäre in Zukunft um so einige durchaus launige Beiträge bereichern dürfte.

Neuauflagen der kostenlosen Skripte “Internetrecht” und “IT-Recht” von Professor Hoeren

Kurzer Hinweis: Professor Hoeren hat aktualisierte Neuauflagen seiner populären Skripte zum Internetrecht und zum IT-Recht veröffentlicht, sie stehen zum kostenlosen Download zur Verfügung. Aus Professor Hoerens Erläuterungen zur neuen, mittlerweile 16. Auflage des Skripts Internetrecht:

    “Das Skriptum Internetrecht wurde einem grundlegenden Relaunch unterzogen Alle Fußnoten wurden noch einmal geprüft, ergänzt und um aktuelle Belege erweitert. Die Literaturhinweise wurden aktualisiert.Neu sind Themen wie Social Media, aktuelle Redchtsprechung zur Haftung (Incl. BGH, Thumbnail 2, EuGH, L´oreal), Änderungen beim internationalen Gerichtsstand u.v.a. Es wurden mehr als 300 Urteile neu eingearbeitet und ganze Kapitel neu geschrieben.”

Das Skript Internetrecht kann hier als PDF heruntergeladen werden, das Skript IT-Recht hier.

Halbjährlich grüßt der Professor: Aktualisierte Neuauflage des kostenlosen Skripts “Internetrecht” von Professor Hoeren

Professor Thomas Hoeren hat eine aktualisierte Neuauflage seines populären Skripts zum Internetrecht für den kostenlosen Download bereitgestellt. 2003 ist die Erstauflage dieses eBooks erschienen, seitdem passen Hoeren und sein Team es regelmäßig im Halbjahresrhythmus an die neuesten Entwicklungen an.

Aus Professor Hoerens Erläuterungen zur neuen, mittlerweile 15. Auflage:

    Eingearbeitet wurden diesmal vor allem viele Urteile. Das letzte Jahr war nur durch wenige Gesetzesänderungen geprägt; die Politik hielt sich ruhig und brütet erst jetzt Gesetzesprojekte aus (zB DE-Mail; KonsumentenRiLi, Arbeitnehmerdatenschutz). Aber um so strebsamer war die Justiz. Neuerungen gab es hier nach der EuGH-Entscheidung in Sachen Googlead, zur Online-Erschöpfung, zum Verbraucherschutzrecht und zur Haftung. Mehr als 200 neue Urteile aus dem Bericvhtszeitraum wurden eingepflegt nebst weiteren Überarbeitungen. Viel Spaß beim Lesen.

Heruntergeladen werden kann das Skript wie immer auf den Webseiten des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht der Universität Münster in der Rubrik “Materialien” – oder aber unter diesem Direktlink.

Online und kostenlos: Vortragsvideos von der DSRI Herbstakademie 2010

Seit dem Jahr 2000 veranstaltet die Deutsche Stiftung für Recht und Informatik (DSRI) jährlich eine “Herbstakademie” zu aktuellen Entwicklungen des Informationstechnologierechts. In dieser Zeit hat sich die Herbstakademie zu einer der angesehensten Veranstaltungen zum IT-Recht in Deutschland entwickelt. Im Nachgang zur diesjährigen Veranstaltung haben die Organisatoren rund um Professor Jürgen Taeger nun etwas wiederholt, das sie im vergangenen Jahr zum ersten Mal gemacht haben, und von dem man nur hoffen kann, dass es eine Tradition wird: Sie haben Videomitschnitte aller auf der Herbstakademie gehaltenen Vorträge zum kostenlosen Abruf ins Netz gestellt.

Viele der Vortragenden haben sich hochspannenden Themen gewidmet, die Mitschnitte sind also absolut sehenswert. Hervorzuheben sind beispielsweise

Ein Überblick über die gesamten 51 (!) aufgezeichneten Vorträge gibt es hier.

Astroturfing – rechtliche Probleme bei Fake-Bewertungen im Internet

Auf Bewertungsplattformen und Shoppingseiten wie beispielsweise Amazon abgegebene Produktbeurteilungen haben großen Einfluss auf die Kaufentscheidungen anderer Konsumenten. Das kann Hersteller und Händler in Versuchung führen, ihre eigenen Produkte auf diesen Webseiten unter einer Deckidentität positiv zu bewerten (oder bewerten zu lassen), um die Verkaufschancen zu erhöhen. In bestimmten Formen wird diese Praxis auch “Astroturfing” genannt, und sie ist in der letzten Zeit wiederholt in die Schlagzeilen geraten. Der Spiegel berichtete beispielsweise über Vorwürfe gegen die Deutsche Bahn und die Deutsche Telekom, und zuletzt fiel Helmut Hoffer von Ankershoffen als Geschäftsführer der Firma Neofonie auf. Hoffer von Ankershoffen hatte unter dem Pseudonym “Peter Glaser” den von seiner Firma entwickelte Tablet-Computer “WeTab” undercover in den Himmel gelobt. Die Sache flog auf, und Hoffer von Ankershoffen alias Glaser zog sich daraufhin aus der Geschäftsführung von Neofonie zurück.

Am Imageschaden, den die Firma erlitten hat, dürfte Hoffer von Ankershoffens Rückzug jedoch kaum noch etwas geändert haben. Der Skandal um das WeTab zog weite Kreise, und mancherorten wurde daraufhin sogar eine gesetzliche Regelung gefordert, die derartige Fake-Bewertungen verbietet. Thomas Knüwer, früher Ressortleiter und Reporter beim Handelsblatt, schreibt beispielsweise:

    Ich bin kein Freund von immer neuen Gesetzen. In diesem Fall aber frage ich mich schon, ob nicht ein klares Verbot nötig wäre. Erst dann werden zumindest die großen Unternehmen Ruhe geben – die Rechtsabteilung wird es richten. Ja, hier wäre ein digitales Spielfeld, in dem sich Verbraucherministerin Ilse Aigner tatsächlich profilieren könnte – und dabei Gutes täte. Bisher fällt sie ja eher als PR-Luftnummer im Web auf. Nur: Würde sie tatsächlich etwas tun wollen, bräuchte sei eine ganze Menge Mumm. Denn sie würde sich anlegen mit einem in der Politik einflussreichen Gegner: der PR-Industrie.” (Quelle)

Dabei sind solche Fake-Bewertungen schon jetzt durch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, kurz UWG, verboten. Mitbewerber und Verbraucherschutzverbände können gegen “Faker” (wenn diese denn entdeckt werden) rechtlich vorgehen – ein Umstand, der offenbar noch nicht sonderlich bekannt ist. Ein neues Gesetz ist nicht erforderlich – das Problem ist nicht ein fehlendes Verbot, sondern die meist fehlende Möglichkeit, Fake-Bewertungen entdecken und beweisen zu können. Und an dieser Situation lässt sich gesetzlich praktisch nur sehr wenig ändern.

Da es in der juristischen Fachliteratur bisher keinen speziellen Beitrag zum Astroturfing gab, habe ich gemeinsam mit Dr. Jan Dirk Roggenkamp einen Artikel geschrieben, um diese Lücke zu schließen. Erschienen ist dieser Beitrag unter dem Titel “Astroturfing – rechtliche Probleme bei gefälschten Kundenbewertungen im Internet” in der aktuellen “Kommunikation & Recht“. Deren Chefredakteur Torsten Kutschke, der übrigens auch ansonsten ein Näschen für aktuelle Themen und das öffentliche Interesse an diesen hat, hat dafür gesorgt, dass unser Beitrag kostenlos im Internet bereitgestellt wird. Wer sich also für das Thema interessiert: Bitte hier entlang.