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Lokalisten, studiVZ und wer-kennt-wen unterzeichnen Selbstverpflichtung zum Jugendschutz

Die Betreiber der drei reichweitenstärksten deutschen Social Networks lokalisten.de, studiVZ und wer-kennt-wen haben heute unter dem Dach der Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Anbieter e.V. (FSM) eine Selbstverpflichtung zum Jugend- und Datenschutz unterzeichnet.

Die Selbstverpflichtung enthält sechs Maßnahmen, die die Betreiber nach einer Meldung der FSM auf ihren Plattformen umsetzen werden:

  • deutlich sichtbare Hinweise zum Schutz der Privatsphäre auf Informationsseiten direkt nach dem Registrierungsprozess,
  • standardmäßig streng voreingestellte Privatsphäreneinstellungen bei unter 14-Jährigen,
  • optionale Sperrung der Auffindbarkeit von Profilen durch Suchmaschinen,
  • keine Auffindbarkeit der Profile von unter 16-Jährigen durch externe Suchmaschinen sowie keine Möglichkeit der Aufhebung dieser Einstellung,
  • die Möglichkeit, andere Nutzer von der communityinternen Kommunikation zu sich selbst auszuschließen (”Ignorierfunktion”), und
  • eine prominent platzierte Funktion zum Melden regelwidrigen Verhaltens und rechtswidriger Inhalte.

Nach Ansicht der FSM setzen die drei Betreiber mit der Umsetzung dieser Maßnahmen Branchenstandards für Social Networks in Deutschland. Die FSM hat dazu aufgerufen, dass sich auch andere Betreiber von Social Networks der Selbstverpflichtung anschließen.

In der Tat könnte und dürfte es für diese Betreiber interessant sein, die Verhaltenskodizes ebenfalls umzusetzen. Die Maßnahmen sind durchgängig plausibel, und sie reflektieren durch ihre altersorientierte Abstufung auch altersbedingt unterschiedliche Schutzziele und Nutzerbedürfnisse. Der Umsetzungsaufwand wird sich, je nach der den Plattformen zugrunde liegenden technischen Lösungen, erwartungsgemäß im Rahmen halten. Gleichzeitig lockt mit der Umsetzung ein deutlicher Imagegewinn gerade bei Eltern und Erziehungsberechtigten, während die Maßnahmen selbst die Nutzungsmöglichkeiten Sozialer Netzwerke so gut wie nicht einschränken.

Schon im Februar hatten Betreiber von Social Networks auf europäischer Ebene eine ähnliche Selbstverpflichtung unterzeichnet. Siebzehn Firmen hatten anläßlich des “Safer Internet Days” eine unter dem Dach der Europäischen Kommission zustande gekommene Verpflichtung unterzeichnet.

(Die Pressemeldung der FSM zur aktuellen Selbstverpflichtung findet sich hier als PDF.)

Jugendschutz: Europäische Kommission erreicht Selbstverpflichtung von Social-Network-Betreibern

Die Europäische Kommission hat eine Selbstverpflichtung von 17 führenden Social-Network-Betreibern in Sachen Kinder- und Jugendschutz erreicht. Zum Kreis der Unterzeichner der Verpflichtung gehören beispielsweise MySpace, Facebook und SchülerVZ, daneben - wie der britische Guardian berichtet - auch Bebo, DailyMotion und Habbo Hotel.

Die Vereinbarung sieht laut dpa-Meldung (beispielsweise hier bei netzeitung.de Grundlage einer Meldung) unter anderem vor, dass es auf den entsprechenden Networks künftig einen Button geben soll, mit denen Nutzer anstößige Kontaktversuche oder Cyber-Mobbing per Klick melden können. Profile von Minderjährigen sollen nicht mehr durch Suchmaschinen zu finden sein, Kinder unter 13 Jahren sollen gar nicht mehr zu den Seiten zugelassen werden.

Der Guardian kommentiert, dass einige der nun vorgesehenen Verpflichtungen in vielen Fällen ohnehin bereits umgesetzt worden seien, da sich insbesondere die größeren Netzwerkbetreiber aus Imagegründen schon selbst des Themas des Kinder- und Jugendschutzes angenommen hätten. Aber auch einige große Netzwerkbetreiber werden zumindest an einigen Stellen schrauben müssen: so sehen beispielsweise die AGB von schülerVZ und von Habbo Hotel ein Mindestalter von 12 Jahren vor - was unter dem in der Selbstverpflichtung vorgesehenen Mindestalter von 13 Jahren liegt.