Archive for the ‘E-Commerce’ category

Smava und eLolly: erste Umsatzzahlen, neue Mitbewerber

Überaus interessante Hintergrund-Informationen zum Thema “Peer to Peer Kredite” hat das Öko-Test-Magazin in seiner Juli-Ausgabe präsentiert. In einem Special zu “Geld & Versicherungen” hatten sich die Ökotester der auch “Social Lending” genannten Kreditvergabe von Privatpersonen an andere Privatpersonen gewidmet, und dabei insbesondere die deutschen Social Lending-Plattformen Smava und eLolly näher betrachtet.

Social Lending gilt aufgrund des Erfolgs des britischen Dienstes Zopa und der amerikanischen Plattform Prosper.com als eines der Vielversprechenderen unter den derzeit zu beobachtenden neuen Geschäftsmodellen im Internet. Und auch wenn die deutschen Plattformen erst im Frühjahr “live” gegangen sind und der Markt für Finanzprodukte sicherlich nicht der Einfachste ist, so stellt sich daher doch schon jetzt die Frage nach dem (bisherigen) Erfolg.

Vor diesem Hintergrund präsentierte das Öko-Test-Magazin Zahlen, die – wenn sie denn tatsächlich zutreffen sollten – deutlich überraschen.

Smava kommt langsam…

So habe die Plattform Smava nach ihrem Start innerhalb von zwei Monaten 8.000 Mitglieder gewonnen. Die vermittelten Kredite, so Öko-Test, nähmen sich “mit 120.000 Euro allerdings noch bescheiden aus“. Bedenkt man, dass die Einnahmen Smavas in einer einprozentigen Gebühr der Kreditsumme bestehen, so macht das in den ersten zwei Monaten einen Erlös in Höhe von 1.200 Euro für die Berliner Kreditplattform.

Für sich genommen noch keine Sensation: das Thema Social Lending ist durchaus vermittlungsbedürftig, und eine gewisse Zurückhaltung von Konsumenten beim Thema Finanzprodukte ist ohnehin zu erwarten.

…und eLolly gewaltig?

Spannend wird das Ganze, wenn man die Zahlen Smavas mit den von eLolly angegebenen vergleicht. Von Anfang März bis Ende Mai hätten sich dort rund 105.000 Kreditsuchende und 35.000 Kreditgeber registriert, so eLolly-Chef Dirk Morina. Das wären in drei Tagen so viele neue Mitglieder, wie Smava erst nach einem ganzen Monat gewonnen hat. Und da eLolly keinen prozentualen Anteil verlange, sondern von jedem Mitglied eine einmalige Vorausgebühr in Höhe von 9,50 Euro erhebe, mache dies “einen Umsatz von 1,33 Millionen Euro in drei Monaten“, so das Öko-Test-Magazin.

Dieses Ergebnis erstaunt. Zum Beispiel, weil vor allem Smava bislang in der Presse gute Kritiken eingeheimst hatte, während eLolly häufig kritisch kommentiert wurde. Die Stiftung Warentest beispielsweise bezeichnete Smava als Angebot “mit Hand und Fuß”, vor eLolly hingegen warnte die Zeitschrift FINANZtest sogar ausdrücklich. Ebenfalls lässt schon allein die für eLolly angegebene Anzahl an registrierten Nutzern für sich aufhorchen: 140.00 neue Nutzer in drei Monaten – das sind rund 1.500 Registrierungen täglich – würden eLolly zu einer der, wenn nicht gar DER derzeit am schnellsten wachsenden Internet-Plattform im deutschsprachigen Raum machen. Bemerkenswert auch deshalb, weil die Registrierung knapp 10 Euro kostet.

Unter dem Strich wäre eLolly vermutlich nicht nur das momentan am schnellsten wachsende, sondern auch das mit Abstand profitabelste Start Up weit und breit.

Und wer kommt jetzt?

Bislang sind in Deutschland mit Smava, Elolly und Auxmoney zwar erst drei Plattformen für Peer to Peer Kredite gestartet, jedoch “werden schon bald weitere Internetplattformen folgen“, so zitiert das Öko-Test-Magazin Ben Fischer, den Sprecher der Bundesanstalt für Finanzdiensleistungsaufsicht (Bafin).

Dort wird man es vermutlich genau wissen: Da die gewerbliche Kreditvergabe in Deutschland eine Banklizenz erfordert ist zu erwarten, dass sich neue Plattformen vor ihrem Start zunächst mit der Bafin in Verbindung setzen. Und das heißt auch, dass in bälde mit (noch) mehr Bewegung auf dem deutschen Social Lending Markt zu rechnen ist. Es bleibt interessant.

Weiterführende Informationen:

Der vollständige Artikel aus dem Öko-Test-Magazin ist hier als PDF abrufbar, zur rechtlichen Zulässigkeit von Social Lending Plattformen in Deutschland finden sich hier weitere Informationen.

Gesundes Selbstvertrauen

2. August 2007E-Commerceby Henning Krieg
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Der aktuelle Newsletter von Vente Privée, einer Shopping-Site mit Woot!-Charakter, deutet auf ein gesundes Selbstvertrauen:

“Liebes Mitglied,

der Sommer steht vor der Tür, die Biergärten laden zum Verweilen ein und die Freibäder zur Erfrischung. Vielleicht haben Sie auch schon Ihre Badesachen in den Reisekoffer gepackt und verbringen Ihre Ferien im Süden…

Damit Sie Ihren Sommer in aller Ruhe genießen können und Sie keines unserer Shopping-Events verpassen, werden wir im August keine Verkaufsaktionen anbieten.”

Aha. “Damit Sei Ihren Sommer in aller Ruhe genießen können (…), werden wir im August keine Verkaufsaktionen anbieten.” Oh, wie ich mich freue. Dann komme ich im August unvorhergesehen endlich einmal vom Computer los.

Ich werde den Sommer genießen. Danke, Vente Privée. :-)

Entwicklung der eBay Nutzerzahlen zwischen 2003 und 2007

Im vorhergehenden Beitrag habe ich einige Grafiken veröffentlicht, die die Entwicklung der Nutzerzahlen von eBay in den vergangenen vier Jahren illustrieren. Da ich mehrfach auf die den Grafiken im Detail zugrundeliegenden Daten angesprochen worden bin (insbesondere auf die berechneten Steigerungsraten zwischen den Quartalen) mache ich diese gerne auch in tabellarischer Form verfügbar (Klick auf das Bild öffnet eine Tabelle im PDF-Format):

Entwicklung eBay Userzahlen 2003 bis 2007

Erneut der Hinweis, dass diese aus eBays eigenen Quartalsberichten zusammengestellten Zahlen eindrucksvoll erscheinen – aber, trotz aller Deutlichkeit, natürlich nur von begrenzter Aussagekraft sind, weil Faktoren wie die Anzahl der getätigten Ein- und/oder Verkäufe oder die Höhe des getätigten Umsatzes bei dieser Übersicht ausser Betracht bleiben.

Zwei Drittel der eBay-Nutzer Karteileichen – Teil II

Vor kurzem hatte ich auf eine Übersicht hingewiesen, nach der rund zwei Drittel der weltweit bei eBay registrierten Nutzer nur (noch) Karteileichen sind (als Karteileiche gilt dabei, wer innerhalb der letzten 12 Monate über seinen eBay Account weder etwas ge- noch verkauft hat).

Ich habe mir die Zahlen einmal etwas näher angeschaut, die vierteljährlichen Veränderungen im Detail berechnet und das Ganze dann grafisch aufbereitet:

Absolute Mitgliederzahlen eBay weltweit

eBay Nutzer weltweit

Schon bei dieser Übersicht ist zu erkennen, dass die Gesamtzahl der weltweit bei eBay registrierten Nutzer (blaue Linie) bei leichter Abflachung der Kurve zwar immer noch relativ beständig steigt, die Schere zwischen den Kurven für die aktiven (pinkfarbene Linie) und die inaktiven Nutzer (gelbe Linie) jedoch zunehmend auseinandergeht.

Absolute Steigerungen der Nutzerzahlen im Vergleich zum Vorquartal

eBay Nutzer weltweit, absoluter Zuwachs pro Quartal

Hier ist nun deutlich zu erkennen, dass es eBay – obwohl sich die Anzahl der vierteljährlich neu gewonnenen Nutzer relativ konstant um die 10 Millionen zu bewegen scheint – zunehmend schwieriger fällt, die Gesamtzahl der aktiven Nutzer weiter zu erhöhen. Mehr und mehr scheinen die neuen Mitglieder nur noch den Verlust wieder abspringender Nutzer zu kompensieren.

Prozentuale Steigerungen der Nutzerzahlen im Vergleich zum Vorquartal

eBay Nutzer weltweit, prozentualer Zuwachs pro Quartal

Die Übersicht über die prozentualen (und nicht absoluten) Steigerungen der Nutzerzahlen illustriert schileßlich zunächst den Trend, den schon die Grafik zu den absoluten Zuwächsen verdeutlicht. Gleichzeitig zeigt sie allerdings auch auf, dass sich die Wachstumskurve in Relation zur gesamten “User-Base” immer stärker abflacht.

“The greater picture”

Diese aus eBays eigenen Quartalsberichten zusammengestellten Zahlen scheinen eindrucksvoll. Allerdings sind sie, bei aller Deutlichkeit, natürlich nur von begrenzter Aussagekraft. Denn zum Beispiel

    - lassen sich aus der bloßen Information über die Zahl der registrierten Nutzer nur beschränkte Rückschlüsse ziehen – Faktoren wie die Anzahl der getätigten Ein- und/oder Verkäufe oder die Höhe des getätigten Umsatzes bleiben hier vollkommen außer Betracht; dass aber gerade diesen Daten eine überragende Bedeutung für die Monetarisierung seitens eBay zukommt, ist offensichtlich;

    - stellt sich die Frage, wie die jeweiligen Zuwächse zustande gekommen sind – auf “organischem” Weg, oder aber auch durch Zukäufe von (internationalen) Mitbewerbern (was sowohl für den Neugewinn, aber auch für die spätere Aktivitätsquote der User von Bedeutung ist bzw. sein kann);

    - dürften die Zahlen für einzelne Märkte wie zum Beispiel Deutschland, Großbritannien oder die USA unter dem Strich mindestens ebenso interessant, eventuell sogar noch aussagekräftiger sein als diese welttweiten Übersichten.

Es bleibt spannend zu sehen, wie sich eBay – sowohl die Marktplätze, als auch der gesamte Konzern – in Zukunft entwickeln wird. Wer sich für das Thema interessiert, findet beispielsweise bei Jochen Krischs Exciting Commerce Blog regelmäßig interessante Updates. Und zum Thema der Monetarisierung von Businessmodels im Web (2.0) sei beispielhaft auf diese Präsentation von Frank Engel hingewiesen.

Das Kleingedruckte und das Kurzgedruckte

Bei so wenigen “sichtbaren Worten” fehlen mir fast dieselbigen:

Scrollbox

Zur dazugehörigen eBay-Auktion geht es hier.

Hinter dieser Scrollbox verbirgt sich übrigens ein Text mit insgesamt gut 9.200 Zeichen – wer ihn ganz lesen wollte, müsste sich also durch rund 500 Zeilen quälen

(zur – grundsätzlich durchaus zulässigen – Verwendung von Scrollkästen bei der Widerrufsbelehrung und der Einbeziehung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen siehe auch den Beschluss des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 09.05.2007, Az 6 W 61/07).

Google wurde die Marke abgenommen

Trotzdem wohl eher ein Job für den Sicherheitsdienst als für die Rechtsabteilung. Siehe hier.