AGB einmal anders – Nutzungsbedingungen 2.0 visualisiert

Robin Wauters hat auf Techcrunch eine Idee umgesetzt, die mir bereits länger im Kopf herumging: die Visualisierung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen in Form von “Wortclouds”. Wauters hat dafür die AGB von Facebook, Yahoo, Digg, Google, Twitter, MySpace und Youtube mit dem Cloud-Generator von Wordle bearbeitet – und herausgekommen sind überraschen ästhetische Ergebnisse.

Was liegt näher, als auch aus den AGB deutscher Web 2.0 Plattformen einmal Wortclouds zu erstellen? Richtig, nichts. Here we go1:

Mister Wong (AGB):



Xing (AGB):



studiVZ (AGB):



Wer-kennt-wen (AGB):



Spreadshirt (AGB):



Yigg (AGB):



Robin Wauters schreibt auf Techcrunch zu seiner Visualisierung von AGB in Cloudform übrigens: “Pointless? Very. Cool? Definitely.” Ganz so “pointless” erscheint mir diese Form der Visualisierung aber übrigens gar nicht einmal. Denn Nutzerfreundlichkeit von Onlinediensten setzt auch durch Nutzer gut verständliche AGB voraus. Und Wortclouds können durchaus dabei helfen, AGB auf die massenhafte Verwendung von eher formaljuristischen Begriffen zu überprüfen – was ein Indiz (aber nicht unbedingt ein Beleg) dafür sein kann, dass die AGB von “juristische Laien” schlechter verstanden werden können.

  1. Zur besseren Übersichtlichkeit zeigen die Grafiken (nur) die 50 jeweils am häufigsten verwendeten Worte. []
  1. Interessante Idee, aber mit Hürden…:
    1. TagCloud gibt ggf. falschen Eindruck: So habe ich einer unserer AGB und Datenschutzerklärungen bei Wordle ausprobiert. So kann gerade, wenn man sich bemüht die Themen “Datenschutz” und “Verarbeitung der Nutzerdaten” dem Konsumenten gegenüber sehr fair und transparent zu halten, eine Tagcloud entstehen, die “Nutzer”, “Nutzers”, “Daten”, “Datenverarbeitung”, “Datennutzung” usw. hervorhebt, so dass der Eindruck entstehen kann, dass man genau das Gegenteil dessen erklärt, dass man verfolgt…

    2. AGB sind AGB, sind AGB. Als wir unseren Anwalt mal fragten, ob wir für ein Projekt mit 18DIN-A4 Seiten AGB nicht eine Zusammenfassung der wichtigsten Eckpunkte zusammen stellen sollten, um eine bessere Transparenz für den Nutzer zu gewährleisten, riet dieser uns dringendst davon ab, da die Verkürzung bzw. verkürzte (wenn auch zum Volltext verlinkte) zu Darstellungen unterschiedliche Rechtsvorgaben berühren könnte…genau weiss ich es natürlich nicht mehr, aber es waren eben Bedenken in der Hinsicht, dass man durch die gut gemeinte, überschaubare Darstellung der AGB in einer anderen Form, rechtliche Risiken als Betreiber eingeht.

    Grundsätzlich löst die TagCloud auch nicht die eigentliche Herausforderung: Transparenz und eine relativ schnelle Aufnahmemöglichkeit der für den Nutzer/Konsumenten/das Unternehmen wichtigen Eckpunkte bzgl. der Nutzungsbedingungen…

    Sieht aber nett aus – ich würde nur als nicht Jurist jedem Betreiber dringend davon abraten wollen, sowas einzubinden bis es rechtl. geklärt ist, dass man es ohne weitere Risikien einzugehen, einbinden kann/darf…
    Und BERATEN möchte ich hier eh niemanden! :-)

  2. MaxFragg sagt:

    grandios, so sieht man doch die quit-essenz auf den ersten blick :-D

  3. @shoggothscorner:
    Um Mißverständnisse zu vermeiden:
    - in der Tat, eine Zusammenfassung von AGB ist nicht anzuraten; die AGB sind die AGB – und so soll es sein;
    - und deshalb sollte auch ein “Verwender” von AGB eine Wortcloud nicht einsetzen; abgesehen davon, dass die Grafiken einfach nett anzuschauen sind liegt – vielleicht – ein begrenzter Nutzen in der INTERNEN Nutzung (eben bspw. in der gehäuften Anwendung bestimmter formaljuristischer Begriffe).

    @MaxFragg:
    War das ein absichtlicher Vertipper mit der “Quit-Essenz”? So oder so – den Begriff werde ich mir borgen. ;-)

  4. MaxFragg sagt:

    ne, ich schiebs auf die legastenie :-D, but nevermind

  5. doppelfish sagt:

    Hat sich schon mal jemand getraut, das Progrämmchen auf das BGB loszulassen?

  6. Nils Koenig sagt:

    Ich halte das fast ein wenig für gefährlich. Auf den ersten Blick sehe ich keinen wirklichen Nutzen, wenn ich mich bei Xing anmelde, weiß ich meistens schon dass der ganze Spaß Xing heißt als Webseite läuft. Der Informationswert der obigen Grafiken ist eigentlich gleich null.
    Zumal erschließt sich mir der Wert des automatisierten Prozesses nicht. Schließlich haben die meisten Webseiten nur einmal AGB. Wenn ich ehrlich und fair mit dem Nutzer sein MÖCHTE, dann lassen sich die entsprechenden Knackpunkte meiner AGB wesentlich eingfach darstellen, wenn ich die entsprechenden Grafiken selbst ZIELGERICHTET erstelle. Eine algorithmus-basierte Visualisierung hat im Gegenteil das Potenzial, Dinge zu verschleiern. Wenn ich als Xing-Kommunikator obige Grafik einbette, suggeriere ich eigentlich die Belanglosigkeit meiner AGB! Das halte ich für gefährlich.

  7. @NilsKoenig

    Nochmal, zur Vermeidung von Mißverständnissen: Es geht bei diesen Visualisierungen nicht darum, einen Mehrwert für den Nutzer zu schaffen. Solche Wortclouds können AGB in keiner Weise ersetzen, und eine Zusammenfassung von AGB – sei es in kürzeren Texten, sei es in anderer Weise – ist regelmäßig nicht sinnvoll (siehe hierzu auch schon meinen obigen Kommentar). Ich halte den Einsatz von Wortclouds nicht für sinnvoll (sinnvoll können unter Umständen FAQ zu AGB sein, aber da kommt es auf den Einzelfall an).

    Deswegen halte ich auch absolut nichts davon, solche Grafiken nicht Algorithmus-basiert, sondern händisch zu erstellen. Das ist Jacke wie Hose.

    Der Mehrwert dieser Grafiken liegt primär einfach darin, dass sie schlicht und einfach nett anzuschauen sind (siehe auch Robin Wauter’s Kommentar). Und daneben könnte man mit solchen Wortclouds wie geschrieben im internen Prozeß (also vor der Veröffentlichung der AGB) dazu nutzen, AGB auf die massenhafte Verwendung von eher formaljuristischen Begriffen zu überprüfen – was ein Indiz (aber nicht unbedingt ein Beleg) dafür sein kann, dass die AGB von “juristische Laien” schlechter verstanden werden können.

  8. [...] Nutzungsbedingungen einer Website als TagCloud.Bei Henning Krieg bin ich auf die Visualisierung von AGB und Nutzungsbedingungen aufmerksam geworden.  Zum Erstellen [...]

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