5 Gründe, warum juristische Blogs keine Chance in Deutschland haben – eine Provokation

Auf den ersten Blick könnte man meinen, juristische Blogs – auch „Blawgs“ oder „Lawblogs“ genannt – hätten sich in Deutschland mittlerweile etabliert. Auf jurablogs.de, dem wohl umfassendsten Verzeichnis deutschsprachiger Blawgs, sind derzeit über 390 von ihnen verzeichnet. Unter den Autoren finden sich neben Rechtsanwälten auch Professoren, Verbandsjuristen, Syndizi, Referendare und Studierende.

Trotzdem ist die tatsächliche Relevanz juristischer Blogs in Deutschland gering. In der Rechtswissenschaft beispielsweise spielen sie praktisch keine Rolle, im Medienbetrieb sind sie eine Randerscheinung. „In Deutschland fehlen qualifizierte Blogger“, konstatierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung jüngst. Es drängt sich der Eindruck auf, dass deutsche Befindlichkeiten – und insbesondere die Befindlichkeiten deutscher Juristen – einem Erfolg der „Blawgosphäre“, wie er zum Beispiel in den USA zu beobachten ist, hierzulande im Wege stehen.

Zeit für einen provokanten Zwischenruf – Zeit, 5 Gründe zu nennen, warum juristische Blogs keine Chance in Deutschland haben:

1. Es überwiegen die Marketingveranstaltungen

Obwohl durchaus auch Professoren, Verbandsjuristen, Syndizi, Referendare und Studierende bloggen, setzt sich das Gros der Lawblogger aus Rechtsanwälten zusammen. Und der wohl größte Teil dieser Rechtsanwälte bloggt letztendlich vor allem aus einem Grund: Um Werbung für sich und ihre Arbeit zu machen.

Das ist für sich genommen nichts Schlimmes, sondern durchaus legitim – führt aber zu offensichtlichen Limitierungen der Blawgosphäre. Marketing, insbesondere klassisches Marketing, ist in weiten Teilen zunächst Einbahnstraßenkommunikation. Blogs aber sind vom klassischen Ansatz her eigentlich auf den Dialog ausgerichtet. Wo nur „klassisches Marketing“ per Blog betrieben wird, werden die mit dem Bloggen verbundenen Chancen nicht genutzt.

2. Großkanzleien engagieren sich kaum

Bloggen – und insbesondere „gutes“ Bloggen – erfordert einen nicht zu unterschätzenden Aufwand. Es kommt nicht nur auf qualitativ wertige Beiträge an, sondern auch auf eine möglichst hohe „Postingfrequenz“, also das häufige Veröffentlichen neuer Beiträge. Idealiter greift ein Lawblogger zudem so oft wie möglich aktuelle, unter Umständen sogar tagesaktuelle Themen auf.

Nicht zuletzt wegen ihrer größeren Personalstärke wären vor allem Großkanzleien wohl am ehesten in der Lage, den erforderlichen Aufwand zu stemmen. Gerade Juristen aus solchen Kanzleien sind es jedoch, die nur vereinzelt unter den hiesigen Blawgern zu finden sind. Die Zahl der deutschen Großkanzleiblogs lässt sich an einer Hand abzählen, „single practicioners“ und Juristen aus kleineren Sozietäten dominieren das Bild. Dies steht in bemerkenswertem Kontrast dazu, dass es ansonsten insbesondere die Großkanzleien sind, die massiv ins Marketing investieren. Ohne die Bereitschaft, substantiell Zeit und Mühe zu investieren, ist erfolgreiches Bloggen aber nicht möglich.

3. Lawblogs decken nur ein kleines Themenspektrum ab

Über 390 juristische Blogs sind derzeit auf jurablogs.de gelistet. Eine ausreichende Anzahl, um nahezu alle Bereiche des Rechts abdecken zu können – könnte man meinen.

Tatsächlich aber klaffen große Lücken, die Landkarte der Blawgosphäre ist in weiten Teilen ein leeres Blatt Papier. Lediglich in den Bereichen des IT-, des Online- und des Medienrechts existiert ein umfassenderes Angebot. Das ist aber zu wenig, damit Blawgs als Publikationskanal allgemein Anerkennung unter Juristen finden könnten.

4. Juristische Blogs haben keine wissenschaftliche Relevanz

Anders als zum Beispiel in den USA haben Internetpublikationen schon grundsätzlich einen schweren Stand im akademischen Betrieb. Die Anzahl der bloggenden Professoren beispielsweise ist – ähnlich wie die Zahl der Großkanzleiblogs – praktisch an einer Hand abzuzählen1. Die Schwierigkeiten beginnen bereits damit, dass viele Autoren nicht wissen, wie Onlinequellen überhaupt richtig zu zitieren sind. Wer einen eigenen Fachbeitrag online veröffentlicht läuft also Gefahr, in den klassischen Fachpublikationen schlicht ignoriert zu werden. Es ist offensichtlich, dass die meisten Autoren unter diesen Umständen die Publikation ihrer Beiträge in hergebrachten Fachpublikationen bevorzugen (siehe auch „Neue juristische Publikationsformate im Internet“ von Dr. Florian Knauer).

Hinzu kommt, dass das Abfassen selbst kürzerer juristischer Fachbeiträge in aller Regel nochmals wesentlich aufwändiger ist als das Schreiben von Blogpostings. Wer (vor allem) Fachbeiträge bloggen wollte, könnte also auf keinen Fall auf die für Blogs typische – und auch erforderliche – hohe Postingfrequenz kommen.

5. Juristische Blogs steuern kaum etwas zum gesellschaftlichen Diskurs bei

Das Rechtssystem setzt wesentliche, zumindest aus Sicht von Juristen sogar die zentralen Spielregeln, die in einer Gesellschaft gelten. Häufig wird kritisiert, dass sich das Rechtssystem – sowie diejenigen, die es gestalten – und die Gesellschaft immer mehr voneinander entfremden, dass die gesellschaftliche Teilhabe an der Entwicklung unseres Rechtssystems immer weiter zurückgeht.

Der wünschenswerte Dialog, der gemeinhin als „gesellschaftlicher Diskurs“ bezeichnet wird, ließe sich auch und vielleicht insbesondere über juristische Blogs führen – wird es jedoch nicht. In vielen Bereichen sind die klassischen Medien gezwungen, auf die inzwischen auch in Deutschland stattfindende Entwicklung eines „Citizen Journalism“ zu reagieren (siehe zum Beispiel die Relevanz von Twitter, oder auch die Anerkennung, die politische Blogs wie www.netzpolitik.org zum Teil erfahren). Ähnlich unter Druck setzen juristische Weblogs die klassischen Medien nicht. „Hierzulande werden Blogs (…) kaum als Instrumente für die Debatte über staats- und verfassungsrechtliche Themen genutzt“ stellt die Frankfurter Allgemeine Zeitung fest – zu Recht.

Siehe in diesem Zusammenhang auch „5 Gründe, warum juristische Blogs Chancen in Deutschland haben – eine Replik„.

  1. Immerhin hat allerdings der Verlag C.H. Beck sich bemüht, mit dem Beck-Blog auch Professoren „ins Netz zu bringen“ []
  1. Tim Hoesmann sagt:

    Hallo Henning,

    stimme dir voll und ganz zu.
    Dabei lassen sich, so meine Erfahrung, viele wertvolle und gute Beiträge in den Blogs finden – zumindest im Bereich des Medienrechts.

    Anmerkung:
    Zudem fehlt aus meiner Sicht häufig an einer guten Diskussion innerhalb der Blogs. Viele nutzen die Möglichkeit der Diskussion mit den Usern wenig bis kaum und dort, wo es zahlreiche Kommentare gibt, kommen diese zumeist nicht aus einem juristischen Umfeld und taugen nur bedingt zur Diskussion.
    Juristen scheinen da immer etwas zurückhaltend zu sein. Der Grund liegt wohl in der Einzelkämpfermentalität vieler Kollegen.

    Daher bleibt es bei der kommunikativen Einbahnstraße und eine offene Diskussion kommt nicht auf und die Blogs gewinnen nicht an Bedeutung.

    Beste Grüße
    Tim

  2. AXEL H HORNS sagt:

    Ich könnte mir vorstellen, dass das Problem der mangelnden Blawg-Relevanz in DE sich vor allem auf eine Mentalitätsfrage zurückführen lässt: Juristen, Patentanwälte und ähnliches Volk sind hier traditionell sehr konservativ und verorten sich lieber in der Nähe von Herrn Schirrmacher und anderen Kulturpessimisten, die sich nach der Zeit vor dem Internet zurücksehnen. Gerne leistet man sich einen Blackberry oder ein IPhone / IPad, aber wenn es darum geht, soziale Interaktion durch die digitale Revolution transformieren zu lassen, hält man sich lieber an überkommene Muster.

  3. 6. Meinung und Sprache sind wichtig

    Blawgs können nur dann ihre Nische verlassen, wenn Sie gesammsgesellschaftlich relevant werden. Dazu gehört natürlich, sich am Diskurs zu beteiligen und sich mit einer Meinung eindeutig zu positionieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Anwälte, aber auch Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, zögern, ihre Meinung zu gewissen gesellschaftlichen Entwicklungen offen zu publizieren. Dabei hätten die meisten viel lesenswertes zu erzählen. „Was sollen denn die Mandanten denken“ ist hier immer noch die vorherrschende Einstellung.

    Ein anderer wichtiger Grund ist die Sprache. Blawgs müssen eine Sprache zu wählen, die vom Laien verstanden wird, wenn sie ihre Nische verlassen wollen. Kurze Sätze und der Verzicht auf Fachvokabular sind da nur der erste Schritt. Gerade das erwähnte Blog des Verlag C.H.Beck ist da ein Negativbeispiel. Fachkompetenz en masse, nur leider kaum ein Autor, der mit seiner Sprache die Masse erreichen könnte.

  4. Kartellblog. sagt:

    Da ist viel Wahres dran, Danke dafür, aber:

    Zu 1.: Den Gegensatz „Marketing“ und „Dialog“ verstehe ich nicht. Und wenn Sie bei Rechtsanwälten (bzw. deren Gros) Marketingabsichten annehmen, müssen Sie den Begriff weit spannen. Dann aber gilt er nicht anders als bei Professoren, Referendaren etc., die natürlich auch einen Markt haben.

    Zu 2.: Ich weiss, Sie arbeiten auch in so einer. Aber ich denke, Sie überschätzen zum einen die Rolle, die Blogs für Grosskanzleien spielen können, und unterschätzen zum anderen die Schwierigkeiten, die sich für Blogs in Grosskanzleien stellen können. (Und: Wie gross ist gross?)

    Zu 3. (kein Aber): Das wundert mich auch, immer wieder. Sicher können Anwälte, die beim Strafrichter auf dem Schoss sitzen, immer allerlei Lustiges erzählen, und das ist gut so. Und ich könnte mir vorstellen, dass insbesondere IT-Rechtler tendenziell auf ein (ihr) blogaffines Publikum treffen. Aber was ist mit den zig Rechtsgebieten, die auf JuraBlogs nicht vertreten sind?

    Zu 4.: Mir hat ein Jura-Professor kürzlich gesagt, Blogging sei „low class“. Da gibt es v.a. ein kulturelles (Elfenbeinturm-)Problem.

    Zu 5.: Da muss man m.E. einfach noch etwas Geduld haben.

    Ich würde einen anderen Punkt 6. ergänzen, bitte sehen Sir mir die Verallgemeinerung nach:

    Wenn sich eine Blogging-Landschaft thematisch in Klamauk und dem fünften Aufguss abgehalfterter Erledigtheiten gefällt, ok, kein Problem. Aber wer (Wissenschaft? Journalisten?) soll das ernst nehmen.

    Die Provokation ist Ihnen gelungen!

  5. savigny sagt:

    Aus dem „Ballmann“ hätte was werden können, aber den hat der Vetter erschlagen

  6. Juristische Blogs haben doch eine Chance … « www.martin-neldner.de sagt:

    […] Kollege Krieg liefert mit seinem Beitrag sicherlich eine gute Beschreibung des gegenwärtigen […]

  7. Hallo Herr Krieg,

    gut provoziert! Ich glaube, die Blogszene hat ein Qualitätsproblem (Stichwort „Klamauk und fünfter Aufguss“, s.O.) und ein Akzeptanzproblem, auch deshalb weil juristische Statements traditionell nur ernstgenommen werden, wenn sie Fachzeitschriftslänge und -Niveau haben. Das kann ein Blog nicht leisten, entsprechende Textmengen liest online kein Mensch. Deswegen können Blogs Themen nur anreissen, kaum aber aufarbeiten. An diese neue Art der juristischen Kommunikation müssen sich viele noch gewöhnen, aber das wird schon …

    Habe das Thema im (gelobten aber auch kritisierten) beck-blog aufgegriffen:

    http://blog.beck.de/2010/07/28.....chancenlos

  8. LexisNexis® Strafrecht Online Blog » Blog Archiv » Interessante Diskussion: Welche Chance haben juristische Blogs? sagt:

    […] werden fünf gute Gründe genannte, warum juristische Blogs keine Chance haben (vgl. hier), andererseits bricht der Kollege Neldner eine Lanze für die juristischen Blogs (vgl. hier). […]

  9. Hallo zusammen,

    die Aussgae von Herr Krager, dass juristische Statements nur dann ernst genommen werden, wenn sie die Länge eine wissenschaftlichen Aufsatzes haben, führt zu einer zentralen Frage: Welchen Zweck soll das Blawg für Sie erfüllen?

    Wissenschaftliche Diskussionen sind – will man den wissenschaftlichen Anspruch an Vollständigkeit wahren – wahrscheinlich wirklich besser in Fachzeitschriften aufgehoben. Was das Blog allerdings leisten kann, ist Entwicklungen in Gesetzgebung und Rechtsprechung für den (potenziellen) Mandanten einzuordnen, Hintergründe aufzuzeigen und darzustellen, was dies für den Mandanten in der Praxis bedeutet. Und das am besten in eienr Sprache, die der Mandant ohne Probleme versteht und gerne mit einer pointierten Meinung. Die von Herrn Krieg angesprochene Marketingveranstaltung eben – in ihrem besten Sinne.

    Dass Blawgs in naher Zukunft eine darüber hinaus gehende, gesellschaftliche Relevanz erlangen werden, glaube ich nicht. Blogs allgemein sind medial eher von untergeordneter Bedeutung und die einzigen Fachblogs, die eine besondere Bedeutung erlangt haben, sind Tech-Blogs, was wohl auch an der ausgesprochenen Netzaffinität der Zielgruppe liegt.

  10. St. Ivo sagt:

    Das Erfolgsrezept des Lawblog besteht darin, den Heise-Trollen einen Brocken hinzuschmeißen, auf dass die sich dann austoben können. Das ist ja völlig legitim und scheint seine Aufgaben als Marketing-Instrument für einen Straf- und IT-Rechtler auch wunderbar zu erfüllen. In 99 von 100 Fällen ist aber weder der Blogbeitrag noch die anschließende Diskussion so beschaffen, dass die Lektüre oder gar eine Diskussionsbeteiligung für einen Juristen irgendeinen Wert hätte.

    Umgekehrt gilt aber auch, dass anspruchsvolle juristische Blogs (herausragend: das „Corporate Blawg“ [http://blog.fernuni-hagen.de/blawg/]) de facto nicht wahrgenommen werden. Auch das hat durchaus seinen Grund: Ein deutscher Jurist hat in seinem Fachgebiet i.d.R. fünf bis zehn regelmäßig – teils wöchentlich – erscheinende Fachzeitschriften, die er ohnehin lesen muss, in denen er aber auch problemlos publizieren kann, wenn er denn wirklich etwas Interessantes beizusteuern hat. Warum sollte er a) bloggen, b) Blogs lesen? In den USA, die immer als Vergleich herhalten müssen, sind die Fachzeitschriften einerseits deutlich dünner gesät, andererseits weit mehr der akademischen Szene vorbehalten als in Deutschland.

  11. Wenn die Blogs diese geringe Rolle hätten, wie hier vermutet wird, dann stellt sich die Frage, weshalb wird das Internet als eine „gefährliche Einrichtung“ definiert und so behandelt? Weshalb werden Blogger z.T. schlimmer bestraft als die Meanstream-Medien?

    Weshalb wurde beim Landgericht Hamburg eine gesonderte Kammer mit der reinen Internet-Zensur beauftragt – die Zivilkammer 25?

    Das Internet schreit gerade nach neuen Wegen in der wissenschaftlichen Arbeit, nach mehr Offenheit, schnellerem Aufbau von Kontakten, Beteiligung der Opfer an der Entwicklung wissenschaftlicher Ergebnisse etc.

    Trifft auch auf die Jurablogs zu.

  12. aloa5 sagt:

    Zu 4.: Mir hat ein Jura-Professor kürzlich gesagt, Blogging sei “low class”. Da gibt es v.a. ein kulturelles (Elfenbeinturm-)Problem.

    Und dieses ist meines Erachtens nicht auf die Juristischen Blogs beschränkt. Das Phänomen existiert in anderen Bereichen ähnlich wie beispielsweise Wirtschafts-Blogs. Es gibt zwar den ein oder anderen wie Weissgarnix/Strobl und sogar bezahlte Blogger in Zeitungen aber ein Netzwerk sich gegenseitig „unterhaltenden“ Blogs mit teilweise hochkarätigen Teilnehmern wie Paul Krugman bei der NYT, BradDe Long, Robert Reich, Mankiw u.a. existiert dabei nicht.

    Es gab dazu vor vier Wochen eine interessante Unterhaltung zwischen Andrew Gelman und Rajiv Sethi:
    http://logicorum.wordpress.com.....-ersetzen/

    Das Elfenbeinturm-Problem hatte Kartik Athreya denn auch auf den Punkt gebracht…. denn Blogger haben für sie im gro´ keine Ahnung.

    Grüße
    ALOA

  13. […] Wie Herr Krieg in seinen fünf Thesen schreibt existiert diese Frage- und Problemstellung auch in Bezug auf Lawblogs. Insbesondere […]

  14. Pascal sagt:

    Hallo Herr Krieg,

    Ihr Artikel trifft die Thematik auf den Punkt! Vielen Dank dafür.

  15. 5 Gründe, warum juristische Blogs Chancen in Deutschland haben – eine Replik » kriegs-recht.de sagt:

    […] diesem Beitrag habe ich auf diesem Blog einen Artikel veroeffentlicht, der mit “5 Gründe, warum juristische Blogs keine Chance in Deutschland haben – eine Provokation” ueberschrieben ist. Und diese Provokation ist durchaus gelungen, wie sich zum Beispiel hier, […]

  16. […] 2010, von Simon Möller Henning Krieg hat auf dem Juristischen Blog Kriegs-Recht pointiert dazu Stellung genommen, „warum juristische Blogs keine Chance in Deutschland haben.” Die Aussagen beziehen […]

  17. Jessica Köring sagt:

    Hallo Herr Krieg,

    zu Pkt. 1 kann ich Ihnen nur Recht geben. Wobei ein gutlaufender Blog sicherlich auch als Werbeträger (dezent und zielgruppen spezifisch) durchaus Publikum ansprechen kann.

    zu Pkt. 4 kann ich nur aus meiner letzten Hausarbeit sagen: Zitiert werden kann und darf schon aus Onlinequellen. Es kommt eben nur drauf an welche. Ich habe in meiner letzten Hausarbeit einen Artikel der ZJS zitiert. Wider Erwarten wurde genau diese Zitierung sehr gut angenommen, auf ihr basierend sagte mir ein Professor er fände es schade dass die Onlinemedien so wenig Relevanz bei Wissenschaftlichen Arbeiten hätten. Es ist also keine wissenschaftliche Relevanz zu kritisieren, sondern die fehlende Resonanz.

    Insgesamt finde auch ich es schade kaum Meinungen zu lesen, insbesondere zu heiklen Themen. Wobei ich persönlich da ebenfalls (zumindest in einigen Bereichen) eine Hemmschwelle habe, warum auch immer.

  18. Thomas Fuchs sagt:

    Es gibt sehr wohl Blogs mit juristischem Niveau. An dieser Stelle seien nur

    1. der Verschmelzungsbericht von Prof. Dr. Olaf Müller-Michaels, Rechtsanwalt in einer so genannten Großkanzlei, und

    2. das oben schon erwähnte Corporate BLawG von Prof. Dr. Ulrich Wackerbarth, Hochschullehrer an der Fernuniversität Hagen,

    genannt. Mit dem De legibus-Blog, einem Ableger unserer „Wissenschaftsabteilung“ De legibus, versuchen wir seit einigen Wochen, das Niveau zu halten und dabei eine etwas andere Richtung einzuschlagen.

    Die Wissenschaftsabteilung mit den dort vor allem versammelten juristischen Aufsätzen gibt es schon seit sieben Jahren. Das öffentliche Interesse an diesen Texten ist erstaunlich hoch. Einige davon wurden im Lauf der Jahre über 10000 mal abgerufen (automatisierte Anfragen nicht mitgezählt). Ich als Rechtsanwalt schaffe im Jahr neben meiner täglichen Arbeit aber nicht mehr als ein oder zwei Aufsätze (mitunter auch mal ein Buch). Manch origineller juristischer Gedanke bleibt so unausgeführt.

    Mit dem De legibus-Blog wollen wir nun die tendenziell einfach weniger anspruchsvolle Textform nutzen, um über „Bedenkenswertes aus Gesetzgebung, Rechtsprechung und Literatur“ zu berichten. Davon bekommen wir als Betreiber von dejure.org und lexetius.com ja doch einiges mit. Wir beschränken uns dabei nicht auf bestimmte Rechtsgebiete. Unser eigentliches Ziel besteht darin, die juristische Gedankenführung mit einem gewissen Anspruch an Ästhetik zu vermitteln. Aber auch das kostet natürlich Kraft und Zeit. Unsere Beitragsfrequenz ist deshalb auch vergleichsweise niedrig. Die Kommentarfunktion bieten wir bis auf Weiteres nicht an, weil wir den Eindruck haben, dass eine echte juristische Diskussion nur über gut überlegte eigene Beiträge geführt werden kann.

    Mit Marketing hat das Ganze nichts zu tun. Ich bin beruflich als Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht tätig. Auf dem Blog beschäftigen wir uns mit ganz anderen Dingen, auch mit Rechtsgeschichte. Es bleibt zu hoffen, dass wir damit die juristische Blog-Landschaft bereichern können.

  19. @all

    Vielen Dank fuer die ueberaus interessanten Diskussionsbeitraege. Mit meinen „5 Gruenden“ habe ich mich bewusst und gezielt auf nur einige der in dieser Diskussion wichtigen Punkte und Fragen eingelassen. In Ihren Kommentaren sprechen Sie eine grosse Anzahl weiterer wichtige Aspekte an.

    Vermutlich haben zumindest einige von Ihnen es schon gesehen – ich habe mir erlaubt, eine Replik auf meine eigene Provokation zu veroeffentlichen (siehe http://www.kriegs-recht.de/5-g.....ne-replik/), wobei ich ansonsten eher nicht zu Selbstgespraechen neige.

    Aus meiner Replik wird, so denke ich, auch deutlich, dass Blawgs meiner Ansicht nach durchaus gute Chancen in Deutschland haben. Nur – diese Chancen werden weithin nicht genutzt.

  20. […] Kollege Henning Krieg hat auf seinem Blog http://www.kriegs-recht.de vor kurzem den Artikel „5 Gründe, warum juristische Blogs keine Chance in Deutschland haben – eine Provokation“ veröffentlicht. Henning Krieg setzt sich in diesem Artikel mit der mangelnden Relevanz von […]

  21. […] deutscher „Blawgs“, also juristischer Blogs, gab. Erst in dem skeptischen Thesenpapier „5 Gründe, warum juristische Blogs keine Chance in Deutschland haben – eine Provokation“, dann in dem etwas optimistischeren, den ersten Artikel relativierenden Beitrag „5 Gründe, […]

  22. […] 28. Juli 2010: “5 Gründe, warum juristische Blogs keine Chance in Deutschland haben – eine Provokation&#82…. Die Provokation ist Krieg auch sprachlich gut gelungen. Ich bin mir sicher, dass die deutsche […]

Schreibe einen Kommentar