Archive for April, 2010
Workshop “Bloggen und Recht” auf der re:publica10
Wie schon im letzten Jahr habe ich auch auf der diesjährigen re:publica das Vergnügen, gemeinsam mit dem bloggenden Berufskollegen Thorsten Feldmann einen zweistündigen Workshop zum Thema “Bloggen und Recht” zu veranstalten. Neben Antworten auf die Frage, wie Blogs grundsätzlich abmahnsicher gestaltet werden können (Impressum, Datenschutzerklärung, was darf man bloggen – und was nicht), werden wir am 14. April aktuelle, für Blogger wichtige Gerichtsentscheidungen vorstellen.
Ebenfalls auf der re:publica unterwegs: Berufskollege Udo Vetter, der am selben Tag eine Session unter dem Titel “Spielregeln für den zweiten Lebensraum” anbietet.
Nachschlageempfehlung: Bibliografie für die Enquete-Kommission “Internet und digitale Gesellschaft”
Der Bundestag hat kürzlich eine Enquête-Kommission zum Thema “Internet und digitale Gesellschaft” eingesetzt – der Name ist Programm. Enquête-Kommissionen sind überfraktionelle Arbeitsgruppen, die langfristige Fragestellungen lösen sollen, in denen unterschiedliche juristische, ökonomische, soziale oder ethische Aspekte abgewogen werden müssen. Zum Hintergrund der Kommission “Internet und digitale Gesellschaft” siehe bspw. die Berichterstattung auf netzpolitik.org und politik-digital.de.
Die Bibliothek des Deutschen Bundestags hat für die Mitglieder der Kommission nun eine Bibliografie zusammengestellt, die Hunderte von Leseempfehlungen enthält und als PDF hier abrufbar ist (und ehrlich gesagt freue ich mich, dass auch eine meiner Veröffentlichungen Eingang in die Liste gefunden hat). Auch wenn es sich “nur” um eine Liste, und nicht um die eigentlichen Beiträge handelt, so ist dieses Dokument doch einen Blick wert.
Auch die Macher von iRights.info loben diese Bibliografie, rufen aber dazu auf, die Liste noch zu verbessern. Hierfür hat iRights.info ein Wiki eingerichtet, in das alle Interessierten weitere Dokumente zu den Themen Kultur und Medien, Wirtschaft, Umwelt, Bildung und Forschung, Verbraucherschutz, Recht und Innen sowie Gesellschaft und Demokratie eintragen können. iRights.info wird der Bundestags-Bibliothek bis Ende Mai die Liste zukommen lassen, damit die Bibliothek Werke, die nur gedruckt vorliegen, erwerben und den Mitgliedern der Enquete die ergänzte Liste zur Verfügung stellen kann.
Läutet Apples iPad das “diamantene Zeitalter” ein?
Mit “Snow Crash” hat Neal Stephenson 1992 nicht nur einen inzwischen zum Kultbuch avancierten Science-Fiction-Thriller geschrieben, sondern auch den Begriff des “Avatars” geprägt und die Blaupause für erst rund zehn Jahre später entwickelte Metaversen wie beispielsweise “Second Life” geliefert (für eine Zusammenfassung des Buches siehe hier). Seit Snow Crash gilt Stephenson nicht nur als talentierter Schriftsteller, sondern auch als einflussreicher Visionär.
Umso bemerkenswerter finde ich, dass offenbar noch kaum jemand Stephensons 1995 veröffentlichten Roman “Diamond Age” im Zusammenhang mit Apples iPad erwähnt hat.1 In Diamond Age – ebenfalls ein Science-Fiction-Thriller – beschreibt Stephenson eine “Illustrierte Fibel für die junge Dame”, die zum Lehrer, Lehrbuch und ständigen Begleiter einer der Protagonistinnen wird, und an die Apples iPad schon in seiner jetzigen ersten Version erinnert. Stephensons Buch illustriert wunderbar, welche Möglichkeiten sich in den kommenden Jahren mit dem Auftreten von Tablet-Computern im Edutainment-Bereich auftun könnten. Wer das Buch noch nicht kennt: ganz klare Leseempfehlung.
- Für eine Ausnahme siehe dieses in der FAZ veröffentlichte Interview mit John Markoff. [↩]
