Archive for Juli, 2008

Rivva Recht – Memetracker für die Blawgosphäre?

Rivva ist einer der wenigen Memetracker, die deutschsprachige Onlinemedien auswerten und einen Überblick über die aktuell am meistdiskutierten Themen und Beiträge zu liefern versuchen (sollte Ihnen das Konzept eines Memetrackers nicht geläufig sein: hier finden Sie eine umfassendere Erläuterung hierzu). Ein Manko an Rivva ist bislang gewesen, dass der Dienst nicht zwischen verschiedenen Themengebieten unterschieden hat. Entsprechend wurde auf Rivva regelmäßig ein unsortierter Themenmix präsentiert, bei dem – nicht sonderlich überraschend – Beiträge mit Onlinebezug deutlich dominierten.

Dieses Manko könnte nun beseitigt worden sein. Denn heimlich, still und leise hat Frank Westphal, der Betreiber von Rivva, seinen Dienst jetzt weiter aufgebohrt: Neu ist, dass Rivva neben dem allgemeinen Überblick nun auch Ergebnisse für acht ausgewählte Ressorts präsentiert, namentlich die Ressorts Technologie, Medien, Politik, Wirtschaft, Kultur, Leben, Wissen – und Recht.

Gibt es mit Rivva Recht nun also einen Memetracker für die deutsche “Blawgosphäre”? Wohl eher nicht. Hinter Rivva steckt kein Redaktionsteam, sondern eine vollautomatische Suchmaschine. Diese Automatisierung bringt bestimmte Beschränkungen und Ungenauigkeiten mit sich (die offen auch im Rivva-Blog angesprochen und diskutiert werden). Zudem ist der Kreis der von Rivva berücksichtigten Medien und Blogs beschränkt: “Neue Blogs können nur nominiert werden von Blogs, die schon dabei sind. Bitte weder persönlich nehmen noch als elitär abstempeln – Peer-to-Peer-Vertrauen stellt schlicht und ergreifend das beste Qualitätskriterium dar, vor allem im Schutz gegen Spam. Bringt ein Blog keine interessanten neuen Beiträge oder fällt es in der Gunst seiner Bloggerkollegen ab, kann es auch wieder rausfliegen” (Quelle).

Einen umfassenden Überblick über die gesamte Blawgosphäre kann – und will – Rivva also gar nicht geben. Dennoch dürfte es sich meiner Ansicht nach lohnen, Rivva Recht im Auge zu behalten – schon das “große Rivva” hat sich als wertvolles Tool erwiesen. Und da Frank Westphal für jedes der acht neuen Ressorts auch einen eigenen RSS-Feed anbietet, kann Rivva Recht auch komfortabel mit einen Feedreader abonniert werden.

Die Blawgosphäre und das Pagerank Update

Regelmäßige Leser dieses Blogs werden wissen, dass ich mich gerne auch mit der “Vermessung der Blawgosphäre” beschäftige. Nun gibt es für diese Vermessung neues Zahlenmaterial: Google hat vor kurzem den Pagerank der in seiner Suchmaschine indizierten Webseiten aktualisiert (sollten Sie sich fragen, was der Pagerank ist: hier finden Sie weitergehende Informationen).

Sieht man sich das Ganze nun einmal genauer an, dann ergeben sich für die im Mai dieses Jahres per RSS meistabonnierten deutschen Lawblogs die folgenden Werte:

Pagerank 6

Kanzlei Keller-Stoltenhoff (it-recht-kanzlei.de)
LAWgical
RA Arne Trautmann u.a. (law-blog.de)
RA Udo Vetter (lawblog.de)

Pagerank 5

Beck-Blog (Beck-Verlag)
Jurabilis
Kanzlei Kremer
Margaret Marks’ TransBlawg
Markenblog
RA Dr. Carsten Ulbricht (rechtzweinull.de)
RA Christian Säfgen (Obiter Dictum)
RA Henning Krieg, LL.M. (kriegs-recht.de)
RA Sascha Kremer (Vertretbar Weblawg)
Telemedicus
Prof. Dr. Ulrich Noack

Pagerank 4

Ekrem Senol (Jurblog)
Kleinblog – Rechtsreferendar David Klein
Kleinstbuden-Mechanic
Knastblog (Udo Vetter)
LBR-Blog
Maas Rechtsanwälte
MCNeubert lawblog
Mord ist mein Beruf, Rechtsanwalt Johannes
RA Jens Hänsch
RA Jürgen Melchior
RA Michael W. Felser (Juracity)
RA Siegried Exner (Jur-Blog)
RA Stephan Hansen-Oest (say-ho)
RA Thomas Schwenke (advisign.de)
Recht und Alltag, RA Janke
Strafprozesse und andere Ungereimtheiten
verbraucherrechtliches

Pagerank 3

“Arbeitsrecht” auf Zeit.de von Ulf Weigelt
“Ich klach mich tot…”
RA Thomas Klotz (RA-Blog)
Sartorienfelder von Uwe Tetzlaff

Die “Bottom Line”

Die Bedeutung des Google Pageranks sollte dabei nicht überschätzt werden. Man muß es dabei zwar nicht unbedingt so extrem sehen wie Robert Basic, der Bloggern rät, Google gleich völlig zu ignorieren (siehe hier). Aber tatsächlich sagt der Pagerank für sich allein beispielsweise noch nichts zur Positionierung einer Webseite mit Blick auf bestimmte Themen und die in Zusammenhang mit diesen verwendeten Suchbegriffe aus.

Aber immerhin bieten diese Werte doch ein gewissen Maß an Orientierung. Google scheint Blogs dabei nach wie vor recht wohlwollend zu betrachten, einige der aufgeführten Blogs haben in den letzten sechs Monaten einen guten Sprung nach vorn gemacht (im November 2007 hatte ich für einen großen Teil dieser Blogs schon einmal den Pagerank ermittelt; wer die Werte vergleichen will, der findet die früheren Werte hier).

Weiterführende Links

- Die Vermessung der Blawgosphäre – eine Reise ins Ungewisse
- Die meistabonnierten Lawblog-Feeds im Mai 2008

Kurz notiert #8

15. Juli 2008Linksby Henning Krieg
6

Blogger und der Pixelsegen
Christiane Schulzki-Haddouti beschäftigt sich mit Metis – der technischen Lösung, mithilfe derer die Verwertungsgesellschaft Wort Tantiemen an Urheber ausschütten will, die Texte im Internet veröffentlichen.

Rundfunkaufsicht im Web?
Hans-Peter Lehofer beleuchtet – aus österreichischer Sicht – die Aufregung um die Aufregung der bayerischen Medienwächter um das Web-Streaming: “Nun aber, da die deutsche Medienregulierungsmaschinerie in all ihrer Gründlichkeit und Komplexität angelaufen ist, sorgt das erstmals für eine gewisse Aufregung“. Ein nicht aufregender, aber – wie Lehofers Blog auch ansonsten – lesenswerter Beitrag.

Was bringt das Beck-Blog?
Ein von Michael van Laar initiiertes “Stöckchen” wandert gerade durch die Blogosphäre, mit dem der Frage auf den Grund gegangen werden soll, was Marketing-Blogs denn eigentlich bringen. Zugeworfen wurde dieses Stöckchen unter anderem auch Ralf Zosel, der Community Manager beim Verlag C.H. Beck ist und das Beck-Blog betreut: Was bringt das Beck-Blog?

Briefe an junge Juristen
Die “Juristische Schulung” (kurz JuS), eine Ausbildungszeitschrift für Juristen, hat bekannte Juristenpersönlichkeiten gebeten, Erfahrungen aus ihrem Berufsleben in Form vno Briefen an junge Juristen und Juristinnen weiterzugeben. Diese Briefe werden nicht nur in der JuS veröffentlicht, sondern sind – gelesen von den Autoren selbst – auch als Podcast verfügbar, und zwar hier.

Anwalt ist nicht gleich Anwalt
Ordnung muß sein.

Von AdWords bis Social Networks – die DSRI Herbstakademie 2008

Ein kurzer Hinweis sei an dieser Stelle auf die im September stattfindende Herbstakademie 2008 der Deutschen Stiftung für Recht und Informatik (DSRI) angebracht. Auf der dreitägigen Herbstakademie – die bereits seit dem Jahr 2000 jährlich veranstaltet wird und die damit eine der traditionsreichsten Fachtagungen zum IT-Recht in Deutschland sein dürfte – werden in einer Vielzahl von Sessions aktuelle Entwicklungen des Informationstechnologierechts behandelt und anhand von Case Studies vertieft.

Im letzten Jahr hatte ich selbst das Vergnügen, zum Thema “Metaversen, Second Life und das Web in 3D” vorzutragen. In diesem Jahr werden vom 11. bis zum 13. September unter anderem meine Kollegen von Bird & Bird1 Corinna Preuss (“Software as a Service – Web 2.0 für Business-Nutzer?“) und Bastian Cremer (“Anbieter von Telekommunikationsdiensten zwischen Datenschutz und Speicherpflicht“) auf dem Podium stehen – und natürlich noch eine Vielzahl weiterer Berufskollegen aus anderen Kanzleien, von Universitäten und aus Unternehmen. Interessierten Juristen sei diese Veranstaltung ausdrücklich ans Herz gelegt, weitere Informationen zu ihr gibt es hier auf den Webseiten der DSRI.

Ich freue mich darauf, am 10. November dann auch selbst wieder das Podium einer Fachkonferenz zu betreten: auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Recht und Informatik e.V. (DGRI) werde ich im Workshop “Datenschutz als unternehmerisches Risiko?” eine Session zur “Datenschutzkonforme[n] Modellierung von Web 2.0-Plattformen” halten. Mehr Informationen zu dieser Veranstaltung gibt es hier.

  1. Anmerkung: Zum 1. Februar 2010 bin ich in das Kölner Büro der internationalen Kanzlei Osborne Clarke gewechselt und nicht mehr für Bird & Bird tätig. []

Vom Hölzchen aufs Stöckchen im Radio

Heute Abend habe ich das Vergnügen, mich mit Marcus Richter vom Berliner Radio Fritz in der Sendung “Trackback” über das Mosaic Maker Stöckchen im Speziellen und über Urheberrechte im Allgemeinen zu unterhalten. Und weil Radio Fritz Trackback – wie übrigens das gesamte Programm – auch streamt, lässt sich die von 18.00 bis 20.00 Uhr ausgestrahlte Sendung auch jenseits von Hauptstadt und dem diese umgebenden Speckgürtel (sprich: Brandenburg) geniessen.

Update:
Mittlerweile ist die Sendung auch als MP3 im Netz verfügbar, und zwar hier.

Spickmich auf dem Weg zum Bundesgerichtshof

Köln ist nach wie vor ein für die Betreiber des Schüler-Community-Portals Spickmich günstiges Pflaster: bereits zum vierten Mal urteilten Kölner Richter nun, dass die Bewertung von Lehrern auf Spickmich grundsätzlich nicht die Rechte der bewerteten Lehrer verletzt. Dabei wiederholten die Richter im Wesentlichen ihre frühere Urteilsbegründung – so dass ich an dieser Stelle auf meine früheren Erläuterungen zur vorhergehenden Entscheidung verweisen darf (siehe hier). Da das jetzt gefällte Urteil des Oberlandesgerichts Köln die Revision zum Bundesgerichtshof zulässt ist davon auszugehen, dass sich die Betreiber von Spickmich und die in Köln klagende Lehrerin in absehbarer Zeit in Karlsruhe wiedersehen werden.

Der aktuellen Entscheidung des OLG Köln lässt sich dabei eine interessante Zusatzinformation entnehmen: nach Angabe der Betreiber von Spickmich sollen derzeit über 1.000.000 Mitglieder auf Spickmich registriert sein.

In der Zwischenzeit ist allerdings noch ein weiteres Berufungsverfahren gegen Spickmich vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf anhängig. Die Vorinstanz, das LG Duisburg, hatte auch dort für Spickmich und gegen den klagenden Lehrkörper entschieden.