Monthly Archive for Dezember, 2007

Beck-Verlag beginnt zu bloggen

Der Verlag C.H. Beck, einer der renommiertesten deutschen juristischen Fachverlage, baut ein eigenes juristisches Meta-Blog auf. Unter www.blog.beck.de haben bisher vier Fachautoren begonnen, zu Themen des Multimediarechts und des Strafrechts zu schreiben. Für die Sparte Informationsrecht zeichnet Prof. Dr. Hoeren verantwortlich, auch unter interessierten Nichtjuristen wegen seines kostenlosen Skripts zum Internetrecht weit bekannt.

Das Beck-Blog befindet sich derzeit noch in der Beta-Phase, und tatsächlich ist an einigen Ecken und Kanten noch zu feilen (so zerreisst es beispielsweise das Layout bei der Darstellung im Firefox-Browser momentan noch etwas). Diese erste Diskussion im Blog lässt darauf schließen, dass der offizielle Start für den Januar vorgesehen ist.

Beck bloggt - Das traditionelle Verlagshaus C. H. Beck beschreitet neue Wege im Web 2.0schreibt der Verlag selbst über sein Vorhaben. Ich bin gespannt, wie sich das Beck-Blog entwickeln wird - ob beispielsweise mehr als nur eine Zweitverwertung bereits andernorts veröffentlichter Beiträge oder Meldungen stattfinden wird, sich Diskussionen entwickeln und welche Autoren noch zum Team hinzustossen werden.

Weihnachtsgeschenkeroulette

Kaum neigen sich die Festtage ihrem Ende zu, schon berichtet heise.de Schockierendes:

    Nicht selten finden Weihnachtsgeschenke unmittelbar nach den Festtagen ihren Weg ins Internet: Nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom in Berlin verkauft jeder zehnte Deutsche Weihnachtsgeschenke, an denen er keinen Gefallen gefunden hat, online” (Quelle).

Aber wenn schon, denn schon bitte mit Stil - im Weihnachtsgeschenkeroulette. Und das geht so: Geschenk NICHT öffnen, sondern in der (Geschenk!)Verpackung fotografieren - und dann (immer noch ungeöffnet) in einer Online-Auktion anbieten.

Und so sieht das Ganze dann aus (Quelle):


Ungeöffnete Weihnachtsgeschenke

Sag’ noch mal einer, dass es bei Online-Auktionen keine Spannung mehr gäbe…

(Und nur zur Klarstellung: Nein, ich nehme am Weihnachtsgeschenkeroulette nicht als Croupier teil - es gab keine Mismatches zu beklagen…)

Hrmpf.

Weihnachten mit der Familie:

    Sie: Bist du das da auf dem Foto?
    Er: Ja.
    Sie: Da siehst du aus wie Tante Hulda.
    Er: Hrmpf.

In diesem Sinne - ich wünsche allseits frohe, entspannte und glückliche Festtage!

Kleinere Verwechslungen

In so manchem Urteil tauchen mitunter besondere Namen auf - das ist beim Atze-Fall mit Sicherheit nicht zum ersten Mal so gewesen. In Sizilien ist ein Verfahren nun allerdings etwas aus dem Ruder gelaufen: dort wurden Donald Duck, Micky Maus, Daisy und Tweety als Zeugen vorgeladen.

Passiert ist das Ganze in einem Verfahren wegen Produktfälschung - natürlich der von Disney-Produkten. Anstelle nur Firmenangestellte Disneys als Zeugen zu benennen, führten die Mitarbeiter des Gerichts auch die Namen der Cartoonfiguren auf, die auf den Produktfälschungen unerlaubt verwendet wurden. Klägeranwältin Cristina Ravelli sieht’s gelassen: “Let’s hope the characters will not be prosecuted for failing to appear.

Alles Quak.

(Bericht hier, noch mehr besondere Namen hier)

Ceci n’est pas un tag

Ceci n’est pas un tag:


ceci n'est pas un tag

Oh, behave.

Mais, ceci n’est pas un tag, aussi non plus:


ceci n'est pas un tag, aussi

Kommt die Revolution - kippt eBay Einstellgebühren?

eBay ist in schwieriges Fahrwasser geraten – die Zahl der aktiven User ist rückläufig, Wettbewerber scheinen den Aufsprung auf den “Web 2.0 Zug” zu schaffen während man selbst eher noch keine wirklich durchschlagenden Erfolge erzielt hat, und auch die Medien berichten zunehmend kritisch über das einstige Lieblingskind im Ecommerce.

Große Hoffnungen werden derzeit in Scott Donahoe gesetzt, den “President Marketplaces” bei eBay. Donahoe und eBay haben nun einen spektakulären Schritt angedeutet: die massive Reduzierung von Einstellgebühren, wenn nicht sogar den (teilweisen) Verzicht auf sie.

Scott Wingo, CEO von ChannelAdvisor, berichtet in seinem Blog “eBay Strategies” von Äußerungen Donahoes, wonach hohe Einstellgebühren das “historische Modell” wären - und damit eventuell bald der Vergangenheit angehören werden. Denn: “Best formats have lower up-front, higher back-end fees.” Im ersten Quartal 2008 würde man deutlicher werden, so Donahoe.

eBay hat sogar bereits einen “geheimen” (invite only) Feldversuch für eine “Null-Lösung” durchgeführt: ausgewählte Verkäufer konnten auf eBay Motors in den USA Zubehörteile kostenlos einstellen, wenn sie im Gegenzug dafür eine höhere an eBay zu zahlende Verkaufsprovision akzeptierten (Quelle).

Einschätzung

Ein Verzicht auf Einstellgebühren bei eBay wäre ein Schritt, den man durchaus als revolutionär bezeichnen könnte. Aber offenbar macht eBay bereits länger gute Erfahrungen mit Sonderregelungen für Bücher. Und schon Anfang des Jahres hatte Donahoe deutliche Veränderungen bei eBay angekündigt: “I’m a big fan of breaking patterns.

Also “big changes ahead”? Es sieht vieles danach aus. Aber selbst wenn eBay sein Pricing-Modell tatsächlich grundlegend ändern sollte, so erscheint mir doch ein vollkommener Verzicht auf Einstellgebühren eher unwahrscheinlich. Im Jahr 2000 hat eBay Einstellgebühren nicht nur als weitere Einnahmequelle eingeführt, sondern auch, um dem Wildwuchs in den Kategorien entgegenzuwirken. Die waren nämlich - weil das Einstellen ja nichts kostete - allmählich mit jeder Menge nutzloser Auktionen verstopft. Dieses Problem würde zweifellos wieder auftreten, wenn eBay die Einstellgebühren vollkommen streicht.

Disclosure: ich bin in den Jahren 2000 und 2001 als Manager Legal für eBay Deutschland tätig gewesen.

Neue BarCamp-Termine

In den vergangenen Tagen und Wochen sind mehrere Termine für neue BarCamps bekannt geworden, so unter anderem für ein “Plazes BarCamp” (01/08), das BarCamp Jena (02/08), ein BarCamp Ruhr (03/08), das BarCamp Ilmenau (04/08) und das BarCamp Bodensee (05/08) - bis zum Sommer ist damit der Monatsrhythmus schon mehr als erreicht (denn es gibt dazu bereits noch einige weitere Termine…).

Ich habe daher einmal meine Veranstaltungsliste für BarCamps auf den aktuellen Stand gebracht, alle Termine sowie weitere Informationen gibt es hier (klick) in der Übersicht.

Bei der Gelegenheit möchte ich auch noch kurz auf eine Diskussion hinweisen, die Don Alphonso in der Blogbar angestossen hat - nämlich über die Qualität von BarCamps. Ich würde nicht an BarCamps teilnehmen, wenn ich dort nicht (auch) Qualität finden würde, doch die Diskussion um das “was ist” und “wohin es geht ” halte ich für eine wichtige. Und Dons Beitrag - obwohl er selbst auf noch keinem Barcamp gewesen ist - ist durchaus Teil dieser als solcher sinnvollen Diskussion.

One from the weekend

Am Samstag Abend hatte ich das Vergnügen, mich mit Marcus Richter vom Berliner Radio Fritz on Air über das Perlentaucher-Urteil zu unterhalten. Und weil Radio Fritz seine Sendung “Trackback” auch immer als Podcast online stellt, lässt sich jetzt hier (klick) nachhören, worum es beim Perlentaucher-Urteil geht, wie die Richter geurteilt haben und was das Ganze für Blogs bedeutet (Start bei Minute 28.20).