Simon Möller vom “Telemedicus” weist darauf hin, dass die “Weisheit der Massen” aus der Wikipedia immer häufiger in deutschen Gerichtsurteilen zu finden ist. Dies sei jedoch nicht ganz unbedenklich:
“Anders als herkömmliche Enzyklopädien kann Wikipedia keine echte Mindestqualität garantieren. Die Ausgereiftheit, Wahrheit und Unvoreingenommenheit schwankt von Artikel zu Artikel extrem” (Quelle).
Ein üblicher, aber nichts desto trotz gerade im Bereich der Rechtsprechung sicherlich nicht von der Hand zu weisende Einwurf.
Im Wikipedia-Eintrag “Wikipedia als Quelle für Gerichte” findet sich eine überaus interessante Aufstellung von Urteilen, in denen auf Wikipedia-Artikel verwiesen wird. Auffallend ist die große Anzahl besonders von Urteilen des Bundespatentgerichts, in denen dies geschieht.
Die Übersetzerin Margaret Marks vom “Transblawg” weist in dem Zusammenhang auf eine entsprechende, zweite Übersicht in der englischsprachigen Wikipedia hin.
BarCamps etablieren sich zunehmend als neues und attraktives Veranstaltungs- und Konferenzformat auch in Deutschland (sollte Sie sich fragen, was BarCamps eigentlich sind, dann finden Sie im Blog von Franz Patzig eine exzellente Erklärung). Wegen des Charakters als “Un-Konferenzen” und der dezentralen Organisation kann es ein wenig schwierig fallen, den Überblick über die anstehenden Termine zu behalten. Zwar gibt es mit www.barcamp.org ein internationales Veranstaltungsverzeichnis auf Wiki-Basis. Allerdings sind dort nicht alle (angedachten) Termine eingetragen.

Hier daher einmal ein chronologischer Überblick über die derzeit bekannten, anstehenden Termine für den deutschsprachigen Raum - jeweils mit kurzen Beschreibungen, Hintergrundinformationen und Verweisen auf weiterführende Quellen:
Continue reading ‘BarCamps in DE, CH, AU - die anstehenden Termine’
Nach dem Grossbuden-Nerd nun der Kleinbuden-Nerd: Unter dem Titel “Ich klach mich tot…” bloggt seit kurzem - anonym - ein Einzelkämpfer-Rechtsanwaltkollege. Durchaus einen Blick wert. Seine Selbstbeschreibung:
“Seit knapp zwei Jahren betreibe ich erfolgreich eine Ein-Mann-Kanzlei. Das bedeutet, dass ich - derzeit - alles allein mache, vom Schriftsatzverfassen an das OLG über diese drucken, in Versandtaschen stecken und versenden bis hin zum Kaffee kochen, fegen und wischen, etc. Zudem war die Kanzlei eine Null-Gründung, da die Bank es für nicht lohnend gehalten hat, mir ein “Micro-Darlehen” zu gewähren. Inzwischen danke ich der Bank dafür.” (Quelle)
Einblick gibt der anonyme Anwalt zum Beispiel in die Gründung einer Ein-Mann-Kanzlei - vermutlich für so manchen Nichtjuristen wie auch für Juristen interessant.
via Grossbudennerd
Barcamp Köln, auf der Eröffnungsparty:
“Ich habe meine Mutter jetzt auf Linux migriert.”
Irgendwie scheinen Mütter ein nicht zu unterschätzendes Thema auf BarCamps zu sein.
An diesem Wochenende findet das nächste BarCamp in Deutschland statt, dabei bereits zum zweiten Mal in Köln (Für diejenigen, für die der Begriff des “BarCamps” neu ist: es handelt sich um eine faszinierende Veranstaltungsform, bei der es idealiter keine Zuschauer, sondern nur Teilnehmer gibt - das heißt, jeder Besucher bringt sich selbst auch in die Veranstaltung ein. Eine ausführliche Beschreibung des Ganzen findet sich bei Franz Patzig).
Ich freue mich, dass dieses Mal mit Thomas Schwenke ein zweiter Rechtsanwalt bei der Veranstaltung dabei sein wird. Die totale Dominanz der Juristen dürfte also auch bei den BarCamps nicht mehr weit sein. ;-) Aber ernsthaft: vor der großen Bedeutung, die “das Recht” in Deutschland offenbar momentan für jedwedes Projekt im Netz gewinnt, erweitert dies hoffentlich unsere Möglichkeiten, Rechtsthemen auch beim BarCamp in interessanter Weise anzusprechen.
Als eigene Session werde ich in Köln eine Veranstaltung zum Thema “Second Life & Law” anbieten. Durchaus unabhängig vom Medienhype um Second Life habe ich mich im vergangenen Jahr intensiver mit dem Thema “Metaversen und Recht” beschäftigt, unter anderem haben wir mit meiner Kanzlei “Bird & Bird” zwei gut besuchte Seminare zum Thema veranstaltet. Auf dem BarCamp in Köln möchte ich gerne einmal die Rechtsgrundlagen dieser virtuellen Welten beleuchten und darüber sprechen, ob die denn so anders sind als die des “Real Life” oder die des sonstigen Netzes:
“Wie steht es um das Recht in Metaversen? Früher der Wilde Westen, heute die Wilden Welten? Welches Recht gilt inworld - das “ganz normale” Recht (wenn ja, welches?), das “Linden-Recht”, oder einfach das Recht des Stärkeren? Und können Metaversen zu einer weiteren Evolution des Rechts führen - brauchen wir eine Evolution des Rechts?” (Aus der Vorankündigung im BarCamp-Wiki)
Ich freue mich auf (hoffentlich) für alle Seiten spannende, interessante und aufschlußreiche Gespräche.
Das erste - und wohl auch einzige - Mal in meinem Leben, dass ich das Innere eines Auto-Handschuhfachs fotografiert habe:
Übrigens Standardausrüstung. Nicht in jedem Auto, aber in diesem. Und weitere Bordausrüstung findet sich im Kofferraum.
Da habe ich mich dann allerdings nicht getraut, noch einmal zu fotografieren. Auch wenn der Fahrer ein Freund ist. :-)
Marcus Richter und Ole Stührmann vom Berliner Radio Fritz haben in der am Samstag ausgetrahlten Sendung “Trackback” ein ausführliches Interview mit IKEA-Pressesprecher Kai Hartmann zum Fall des Ikeahacker-Blogs geführt, das nach dem Willen von IKEA nicht mehr unter der Domain www.ikeahacker.de betrieben werden darf (zur Vorgeschichte siehe hier).
Kai Hartmann hat dabei sehr ausführlich erklärt, warum man zwar Fanblogs möge, mit dem Ikeahacker aber ein Problem gehabt habe. Und sich dabei in bemerkenswerter Weise auch so deutlich zur Glaubwürdigkeit von Blogs geäußert, dass man durchaus darüber spekulieren kann, ob bei IKEA nicht sogar sehr großes Wissen um die Befindlichkeiten der “Blogosphäre” vorhanden ist. Was, so ganz nebenbei, auch eine interessante Information in die Diskussion um die “Relevanz von Blogs in Deutschland” einbringen könnte.
Die damit insgesamt hochspannende Trackback-Sendung kann inzwischen auch als Podcast heruntergeladen werden. Da das “geschriebene Wort” im Netz allerdings immer noch leichter zugänglich ist als das gesprochene, habe ich das Interview nachfolgend einmal im Volltext festgehalten:
Continue reading ‘IKEA und die Hacker - der Pressesprecher im Kreuzverhör’
Vor kurzem hatte ich anläßlich eines im Öko-Test-Magazin zum Thema “Peer to Peer Kredite” veröffentlichten Artikels hier einen Beitrag über die von den Social Lending Plattformen Smava und eLolly gemeldeten Nutzerzahlen veröffentlicht.
Bemerkenswert an diesen - von den Firmen selbst - gemeldeten Nutzerzahlen ist ihr krasses Mißverhältnis zueinander: während Smava, in der Fachpresse hoch gelobt, 8.000 registrierte Mitglieder nach den ersten zwei Monaten meldet, kommuniziert eLolly, vor dessen Modell zum Teil ausdrücklich gewarnt wird, für die ersten drei Monate 140.000 angemeldete Nutzer (Zusammenfassung hier).
Ich stehe den von eLolly gemeldeten Zahlen aus verschiedenen Gründen mit einer - sehr - kritischen Distanz gegenüber. So liesse zum Beispiel nicht nur die Bewertung durch die Fachpresse anderes erwarten. Auch schon eine Google-Suche nach “Smava” und “eLolly” zeigt, dass wesentlich mehr “Buzz” um Smava stattgefunden hat: Im Vergleich zu Smava ist eLolly im Netz kaum sichtbar. Immerhin muss man die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass eLolly auf breiter Basis Marketing auch durch öffentlich nicht nachvollziehbares Direkt-Mailing betrieben hat. Die von eLolly gemeldeten Daten sind jedoch so hoch, dass sie derzeit wohl jedes andere Start Up in den Schatten stellen würden. Meiner Meinung nach schwer vorstellbar.
Aus einem Artikel des von mir geschätzten Burkhard Schneider schließe ich allerdings, dass diese meine kritische Distanz aus dem von mir veröffentlichten Beitrag nicht unbedingt ersichtlich wird und der Eindruck entstehen könnte, dass ich die von eLolly veröffentlichten Zahlen unkritisch sehe. “For the avoidance of doubt” sei daher also an dieser Stelle noch einmal - ausdrücklicher - auf die Umstände hingewiesen.