Auf dem Weg zum Flughafen erzählt mir der Taxifahrer stolz davon, dass ER es geschafft habe, “in dieser Bahnsache” neulich eine Einstweilige Verfügung pünktlich noch vor neun Uhr bei der Gewerkschaft zuzustellen und so den Streik zu stoppen - mit angespannter Anwältin und entspanntem Gerichtsvollzieher an Bord. Pendler dieses Bundeslandes, dankt dem unbekannten Taxifahrer - nicht immer hat es so geklappt.
Am Flughafen taucht beim Einchecken auf einmal ein hektischer Mann neben mir am Schalter auf, er müsse jetzt schnell ein Ticket kaufen, wo er das denn machen könne. “Wohin?” fragt die Dame von der Lufthansa, “Egal!” bellt der Mann. Irgendwie war ich nicht böse, ihn nicht an Bord ausgerechnet meiner Maschine zu sehen.
Sondern statt dessen der (nicht dem!) vermutlich einzigen Reisenden zu begegnen, die auch die aktuelle WIRED-Ausgabe dabei hatte. What a geek (zumal sie ausgerechnet von der Geschichte über die Transformers hin und weg war).
Danach - drei Tage London. Und der eigentliche Auslöser dieses Postings. London ist eine phantastische Stadt, vielfältig, zerrissen, spannend und was nicht noch alles - genau wie die Menschen, die dort leben. Seitdem ich selbst ein Jahr dort gelebt habe bin ich ein wenig verliebt in diese Stadt (und freue mich deshalb natürlich darüber, dass das “Stammhaus” unserer Kanzlei in London ist).
Beeindruckend, immer wieder. Und was ich in dem Zusammenhang ebenfalls beeindruckend finde - und deshalb ausdrücklich empfehlen möchte - ist Konstantin Binders Blog “London Leben“. Konstantin Binder (den ich nicht persönlich kenne) ist ein Deutscher, der in der britischen Hauptstadt lebt, sie vermutlich liebt und wunderschöne, interessante und aufschlußreiche Anekdoten über sie schreibt. Häufig mit einem genauen Blick auch darauf, was die Engländer und die Deutschen unterscheidet. Nicht ohne Distanz, aber auch mit viel Nähe. Lesenswert.
Am kommenden Samstag erscheint der neue, siebte und damit wohl letzte “Harry Potter” Band. Wirklich der letzte? Ausgiebig wird momentan darüber spekuliert, ob Harry Potter in seinem siebten Abenteuer ums Leben kommen wird - oder doch nicht. Manche Menschen wünschen ihm explizit den Tod, nicht alle haben dabei allerdings so bemerkenswerte Phantasien wie der französische Schriftsteller Frédérik Beigbeder: “Ich hoffe, Harry stirbt an einer Überdosis Heroin, in Frauenkleidern, in einem Transvestitenclub in Amsterdam.”
Saskia und Sarah Preissner auf der anderen Seite wollen sich mit dem möglichen Tod ihres Heldens - die beiden sind die Gründerinnen des wohl größten deutschen Harry Potter Fanclubs - nicht abfinden. Die beiden wollen „Band acht mit den 100 000 Clubmitgliedern schreiben“, so zitiert sie der Tagesspiegel. Und wenn Harry tatsächlich im siebten Band sterben sollte? “Falls Harry stirbt, müssen wir vor Band 8 wohl noch einen Band 7 b schreiben, um zu erklären, wie er wieder lebendig wird“, so Saskia Preissner.
Im Fall der Fälle also Crowdsourcing als Lebensretter für Harry Potter? Rechtlich ist das gar nicht so ohne, denn nicht nur “Bücher als solche” können urheberrechtlichen Schutz geniessen, sondern auch die darin vorkommenden Charaktere (siehe zum Beispiel diesen Rechtsstreit um eine Fortsetzung von Dr. Shiwago). Autoren können sich also häufig erfolgreich dagegen wehren, dass ihre Bücher von anderen Menschen fortgeschrieben werden. Burkhard Schneider vom Best Practice Business Blog spekuliert allerdings darauf, dass Autorin Joanne K. Rowling im Zweifel nicht gegen die Crowdsourcing-Autoren vorgehen (lassen) wird - ein Künstler solle sich nichts vordiktieren lassen, “aber auch nicht die Wünsche der Fans mit Füssen treten“. Hohe Hoffnungen bei einem Multi-Millionen-Dollar-Projekt.
(sehr amüsant finde ich im Zusammenhang mit dem Harry-Potter-Hype übrigens das Harry-Potter-Bingo des Literaturcafes, das an das legendäre Bullshit Bingo erinnert)
Wer aus dem Rhein-Main-Gebiet heute Abend noch nichts vorhat - dem und der sei auf die letzte Minute noch die “pl0gbar” ans Herz gelegt. Ab 19.00 Uhr treffen sich zum zweiten Mal Blogger und andere “Menschen hinter den Pixeln” aus der Region unter der Fahne der pl0gbar - dieses Mal im Newscafe in Mainz.
Beim ersten Treffen vor zwei Wochen waren 15 Menschen zusammen gekommen, in netter Atmosphäre wurde bis um Mitternacht geplauscht. Ich selbst kann heute Abend leider nicht dabei sein, allen anderen wünsche ich schöne und interessante Gespräche.
Pownce wird als Nachfolger des anscheinend schon in die Jahre - respektive Monate - gekommenen Twitter gehandelt. Momentan ist Pownce allerdings noch nicht frei verfügbar. Wer will: ich habe derzeit ein paar Einladungen zu vergeben, wer Interesse hat: bitte kurzen Kommentar in den Kommentaren.
Da einige Fragen eingegangen sind eine kurze Notiz: nein, weder habe ich die Lust am Bloggen, noch ein paar Finger oder gar eine Hand verloren. Nur die Zeit ist im Moment etwas knapp - daher die kurze (hoffentlich bald beendete) Funkstille hier.
225 ist meine Zahl des Tages. Weil es die Organisatoren des BarCamps Köln Franz Patzig, Sascha Assbach und Nicole Ebber geschafft haben, das Kontingent verfügbarer Plätze auf eben diese (An)Zahl hochzuschrauben.
Chapeau.
Mehr Informationen bei Franz Patzig
(der auf meinen Vorschlag, die Anzahl der Plätze auf - mir von der reinen Zahl her noch sympathischere - 227 hochzusetzen allerdings nicht eingehen wollte…)
Der Termin für das schon länger angekündigte MediaCamp steht nun fest: am 8. September wird die (Un)-Konferenz “rund um die Zukunft der alten und neuen Medien im Netz” in Hamburg stattfinden.
Im Vergleich zu den bisherigen BarCamps wird es einige Veränderungen geben. So soll das MediaCamp nur einen Tag dauern - und nicht, wie bei BarCamps in Deutschland bisher sonst üblich, zwei Tage. Neu ist auch, dass die Teilnehmer einen Kostenbeitrag leisten müssen. Wie hoch dieser am Ende genau sein wird ist noch nicht klar, er wird aber anscheinend maximal 30 Euro betragen.
Weitere Einzelheiten hat Falk Lüke noch nicht bekannt gegeben (auch das Wiki zum MediaCamp steckt weiterhin in den Kinderschuhen). Es wird allerdings aller Voraussicht nach noch einige weitere Neuerungen geben - bei denen ich sehr gespannt bin, ob, und wenn ja, wie sie die Idee der BarCamps bereichern werden.
via Blogruf
Für den “Großen Rätselspaß” reicht der Schwierigkeitsgrad vermutlich nicht:
“Der Beklagte ist der Bruder des früheren Lebensgefährten und Vaters der Tochter der Klägerin.“
Für ein Urteil des Bundesgerichtshofs aber schon einmal nicht schlecht. Zur Lösung geht es hier.
via “jurabilis!“.