Monthly Archive for Juni, 2007

Ortskenntnis

Vor meiner Haustür, ein Radfahrer spricht einen Fußgänger an:

Entschuldigung, kennen Sie sich hier aus?
Ja.
Das ist gut. Ich weiß nämlich nicht nur die Straße nicht mehr, sondern auch den Namen.
Oh.

Klang nicht ganz einfach…

Mediacamp in den Startlöchern

Falk Lüke, Redakteur bei der ZEIT, hat in seinem Blog vor einiger Zeit die Idee eines Mediabarcamps “rund um die Zukunft der alten und neuen Medien im Netzaufgebracht. Nach einiger zusaetzlicher “Guerilla-PR” - unter anderem auf dem BarCamp Hamburg - war die Zahl der im Wiki eingetragenen Interessenten schnell auf knapp 60 gestiegen. Dann jedoch tat sich eine Zeit lang nach aussen hin nichts mehr - hinter den Kulissen wurden jedoch offenbar fleissig Gespräche geführt. Resultat: Anfang nächster Woche könnte es zum Paukenschlag kommen.

Philip Rosedale und seine Idee eines Filters für Second Life

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Diskussion um rechtsverletzende Contents und Vorgänge in “Second Life” hat Philip Rosedale, Chef des Second Life-Betreibers Linden Lab, mit einem im aktuellen Focus abgedruckten Interview für Aufsehen gesorgt. Linden Lab wolle, so Rosedale,

ein Filtersystem in unsere Software integrieren. Damit soll jede reale Regierung regeln können, welchen Gesetzen ihre Bürger in “Second Life” unterliegen. So könnte beispielsweise Deutschland festlegen, nur Nutzern ab 18 Jahren den Zugang zu gewähren.”

Ich bin gespannt, ob Linden Lab sich in nächster Zeit ausführlicher zu diesen Plänen äußern wird - denn ein Filter, wie Rosedale ihn beschreibt, wird Linden Labs zunehmend schwierigere rechtliche Situation kaum verbessern:

    -> Rosedales Äußerung läßt darauf schließen dass er annimmt, “Regierungen” würden sich vorbeugend selbst darum kümmern, welche ihrer Bürger was in Second Life unternehmen. Diese Annahme ist ebenso utopisch wie die Vorstellung, dass staatliche Behörden zum Beispiel die Kontrolle über die eBay-Plattformen übernehmen und dafür sorgen würden, dass dort keine rechtlich fragwürdigen Auktionen mehr eingestellt werden.

    -> “Welchen Gesetzen (die User) in Second Life unterliegen” ist nicht davon abhängig, ob eine Regierung ein Filtersystem nutzt. Oder ob ein solches Filtersystem überhaupt existiert. Second Life ist genauso wenig ein rechtsfreier Raum wie das World Wide Web. Und genau wie im WWW ist die Rechtslage in Second Life häufig kniffelig: Welches (nationale) Recht gilt im Einzelfall? Paßt das “alte Recht” auf die “neuen Welten”? Und bestehen vielleicht Regelungslücken, die ein “neues Recht” für die “neuen Welten” erfordern? Ein Filtersystem - das, wie gezeigt, ohnehin vom Plattform-Betreiber und nicht von Regierungen einzusetzen wäre - kann die Einhaltung von Gesetzen (tendenziell) sichern. Aber kaum die Frage klären, welche Gesetze gelten.

    -> Ein automatisches Filtersystem wird vermutlich nur in Maßen geeignet sein, Rechtsverstöße in Second Life (oder auch anderen Metaversen) zu verhindern. Schon im “2D-Web” ist die Programmierung effektiver Filter ein schwieriges Unterfangen, und in einer in vielerlei Hinsicht dynamischeren dreidimensionalen Umgebung dürfte dies keinesfalls leichter fallen.

Linden Lab steht momentan vor immensen Herausforderungen - auch, und das wird immer deutlicher, in rechtlicher Hinsicht. In einem Interview mit ABC hat Philip Rosedale vor kurzem geäußert, man wolle sich aus der Regulierung und Kontrolle von Second Life so weit wie möglich heraushalten: “We want to govern as little as we can“, so der Linden Lab-Chef. Dass dieses gewünschte kleinstmögliche “little” am Ende unter Umständen gar nicht so klein sein wird, zeigt ein Blick auf die deutsche Rechtsprechung zur möglichen Haftung von Online-Auktionshäusern für rechtswidrige Auktionen - und wird auch klar, wenn man an die derzeitige Diskussion zur “Forenhaftung” denkt.

Um das “Web 2.0″ und auch die Idee des “User Generated Content” nicht über die Maßen zu torpedieren, ist eine Weiterentwicklung des Rechts - auch und vor allem in Deutschland - erforderlich. Ebenso wie Gesetzgeber und Gerichte sind aber auch Plattformbetreiber wie Linden Lab gefordert, sich nicht auf eine passive, abwartende Haltung zurückzuziehen. Tun sie dies, dann könnte es passieren, dass sie am Ende aus der Defensive nicht mehr herauskommen.

“71,1 Prozent wurden bei eBay betrogen”

Auf seinem Portal “wortfilter.de” hat Axel Gronen eine Umfrage zum Thema “Betrug bei eBay?” durchgeführt. Bemerkenswerte 3.769 Personen haben an der Befragung teilgenommen, und das Ergebnis scheint erschreckend: “71,1 Prozent wurden bei eBay betrogen“, titelt Gronen.

eBay hält sich mit konkreten Angaben zur Betrugsquote auf seiner Auktionsplattform traditionell zurück. Nur gelegentlich gibt zum Beispiel Firmenchefin Meg Whitman in Interviews an, dass der Anteil von Auktionen, in deren Verlauf es zu Schwierigkeiten komme, im Promille-Bereich oder sogar noch darunter läge.

Ein deutlicher Kontrast zu den Ergebnissen der Umfrage auf wortfilter.de. Diese Umfrage leidet jedoch darunter, dass die 3.769 Teilnehmer keine repräsentative Auswahl von eBay-Nutzern darstellen dürften. Axel Gronen selbst schreibt dazu:

Natürlich ist so eine Umfrage nicht repräsentativ, denn die Leser von www.wortfilter.de sind wohl meistens bereits länger bei eBay aktiv. Und das Ergebnis bedeutet natürlich keineswegs, dass eBay besonders unsicher wäre: Schließlich wächst die Gefahr, irgendwann einmal betrogen zu werden, mit der Zeit und der Zahl abgewickelter Transaktionen stetig an.

Unabhängig davon waren allerdings schon die Fragen der Umfrage leider so formuliert, dass das Ergebnis mit Blick auf die Betrugsquote bei eBay wertlos ist:

Betrugs-Umfrage

Anders, als in der ersten Frage suggeriert wird, liegt zum Beispiel auch dann häufig noch kein “Betrug” vor, wenn “bezahlte Ware nicht geliefert” wird. Geht beispielsweise ein Artikel beim Versand verloren, so ist dies kein “Betrug” des Verkäufers.

Und die Erfahrung zeigt, dass nicht hinter jeder vom Käufer angenommenen Abweichung der Ware von der Beschreibung auch ein “Betrug” steckt. Subjektive Unzufriedenheit auf Käuferseite impliziert (wie Juristen gerne sagen) nicht zwangsläufig eine Täuschung seitens des Verkäufers. Sprich: manchmal haben Käufer durchaus auch überzogene Erwartungen.

Aussagekräftige Zahlen zur Betrugsquote auf eBay liegen - öffentlich - nicht vor. Und ich bezweifle, dass dies einmal der Fall sein wird. Was mir durchaus möglich erscheint: einigermaßen verläßliche Zahlen zur subjektiven Zufriedenheit der eBay-Nutzer zu erheben. Und auf solche Zahlen wäre ich sehr gespannt.

Hinweis: ich habe in den Jahren 2000 und 2001 als “Manager Legal” für eBay Deutschland gearbeitet.

“Abgekocht” - c’t zu Marions Kochbuch

Die Macher der Website “Marions Kochbuch” wirbeln in der Blogosphäre viel Staub auf, seitdem sie begonnen haben, das Kopieren (tatsächlich oder angeblich) von ihnen gefertiger Fotografien intensiv per Abmahnung zu verfolgen - Stichwort “Brötchengate“.

Die c’t widmet dieser Geschichte in ihrer aktuellen Ausgabe eine Doppelseite, und hier ist der ausführliche Artikel auch online abzurufen. Umfassend recherchiert, beide Seiten befragt - lesenswert.

via c’t (Artikel), Basic Thinking (Onlineversion).

Sensibilisierung

Manchmal gelingt es, Menschen schon mit kleinen Hinweisen stärker für das Thema “Privacy” zu sensibilisieren:

Dieses Badezimmer wird videoüberwacht

Mehr bei Nicole Simon.

iPhone: Einer kriegt das erste. Und ein anderer alle.

Das nenne ich Live-Bloggen: Greg Packer bloggt beim Schlangestehen - respektive “Schlangesitzen”. Warum ihn das in den nächsten Tagen zu einer (kleinen) Berühmtheit machen könnte: Packer ist “First in Line for iPhone” und steht (sitzt) noch bis Freitagabend vor dem Apple-Laden auf der New Yorker Fifth Avenue.

Natürlich als Erster.

First in line for iPhone

Wahn-sin-nig spannend.

Und derweil Greg Packer sich das erste iPhone sichern dürfte berichtet SpOn, dass ein anderer wohl alle iPhones bekommen wird: Wie in den USA will Apple das Verkaufsrecht für das iPhone offenbar auch in Deutschland exklusiv einem einzelnen Netzbetreiber überlassen.

Via Indiskretion Ehrensache.

PS: ganz nebenbei legt Packer die Latte für das nächste pl0g-Livebloggen wohl etwas höher…

Geeks to go

Geek (a.k.a. Nerd).

Geeksocks

Ich habe mich während des - übrigens exzellenten - Vortrags ständig gefragt, ob der Mann dazu wohl zwei verschiedenfarbige Socken trägt.