Archive for Juni, 2007
“71,1 Prozent wurden bei eBay betrogen”
Auf seinem Portal “wortfilter.de” hat Axel Gronen eine Umfrage zum Thema “Betrug bei eBay?” durchgeführt. Bemerkenswerte 3.769 Personen haben an der Befragung teilgenommen, und das Ergebnis scheint erschreckend: “71,1 Prozent wurden bei eBay betrogen“, titelt Gronen.
eBay hält sich mit konkreten Angaben zur Betrugsquote auf seiner Auktionsplattform traditionell zurück. Nur gelegentlich gibt zum Beispiel Firmenchefin Meg Whitman in Interviews an, dass der Anteil von Auktionen, in deren Verlauf es zu Schwierigkeiten komme, im Promille-Bereich oder sogar noch darunter läge.
Ein deutlicher Kontrast zu den Ergebnissen der Umfrage auf wortfilter.de. Diese Umfrage leidet jedoch darunter, dass die 3.769 Teilnehmer keine repräsentative Auswahl von eBay-Nutzern darstellen dürften. Axel Gronen selbst schreibt dazu:
“Natürlich ist so eine Umfrage nicht repräsentativ, denn die Leser von www.wortfilter.de sind wohl meistens bereits länger bei eBay aktiv. Und das Ergebnis bedeutet natürlich keineswegs, dass eBay besonders unsicher wäre: Schließlich wächst die Gefahr, irgendwann einmal betrogen zu werden, mit der Zeit und der Zahl abgewickelter Transaktionen stetig an.“
Unabhängig davon waren allerdings schon die Fragen der Umfrage leider so formuliert, dass das Ergebnis mit Blick auf die Betrugsquote bei eBay wertlos ist:

Anders, als in der ersten Frage suggeriert wird, liegt zum Beispiel auch dann häufig noch kein “Betrug” vor, wenn “bezahlte Ware nicht geliefert” wird. Geht beispielsweise ein Artikel beim Versand verloren, so ist dies kein “Betrug” des Verkäufers.
Und die Erfahrung zeigt, dass nicht hinter jeder vom Käufer angenommenen Abweichung der Ware von der Beschreibung auch ein “Betrug” steckt. Subjektive Unzufriedenheit auf Käuferseite impliziert (wie Juristen gerne sagen) nicht zwangsläufig eine Täuschung seitens des Verkäufers. Sprich: manchmal haben Käufer durchaus auch überzogene Erwartungen.
Aussagekräftige Zahlen zur Betrugsquote auf eBay liegen – öffentlich – nicht vor. Und ich bezweifle, dass dies einmal der Fall sein wird. Was mir durchaus möglich erscheint: einigermaßen verläßliche Zahlen zur subjektiven Zufriedenheit der eBay-Nutzer zu erheben. Und auf solche Zahlen wäre ich sehr gespannt.
Hinweis: ich habe in den Jahren 2000 und 2001 als “Manager Legal” für eBay Deutschland gearbeitet.
“Abgekocht” – c’t zu Marions Kochbuch
Die Macher der Website “Marions Kochbuch” wirbeln in der Blogosphäre viel Staub auf, seitdem sie begonnen haben, das Kopieren (tatsächlich oder angeblich) von ihnen gefertiger Fotografien intensiv per Abmahnung zu verfolgen – Stichwort “Brötchengate“.
Die c’t widmet dieser Geschichte in ihrer aktuellen Ausgabe eine Doppelseite, und hier ist der ausführliche Artikel auch online abzurufen. Umfassend recherchiert, beide Seiten befragt – lesenswert.
via c’t (Artikel), Basic Thinking (Onlineversion).
Sensibilisierung
Manchmal gelingt es, Menschen schon mit kleinen Hinweisen stärker für das Thema “Privacy” zu sensibilisieren:

Mehr bei Nicole Simon.
iPhone: Einer kriegt das erste. Und ein anderer alle.
Das nenne ich Live-Bloggen: Greg Packer bloggt beim Schlangestehen – respektive “Schlangesitzen”. Warum ihn das in den nächsten Tagen zu einer (kleinen) Berühmtheit machen könnte: Packer ist “First in Line for iPhone” und steht (sitzt) noch bis Freitagabend vor dem Apple-Laden auf der New Yorker Fifth Avenue.
Natürlich als Erster.
Wahn-sin-nig spannend.
Und derweil Greg Packer sich das erste iPhone sichern dürfte berichtet SpOn, dass ein anderer wohl alle iPhones bekommen wird: Wie in den USA will Apple das Verkaufsrecht für das iPhone offenbar auch in Deutschland exklusiv einem einzelnen Netzbetreiber überlassen.
PS: ganz nebenbei legt Packer die Latte für das nächste pl0g-Livebloggen wohl etwas höher…
